2019 - Ausflug Hamburg 14. bis 16. Juni

10 kleine Fußballmeister auf Hamburg-Tour

Nachdem die Planungen schon seit Monaten liefen, war es am 14.06.2019 endlich soweit: Die AH-Tour 2019 nach Hamburg konnte beginnen.

Folgende Fußballmeister nahmen daran teil (die genannten „Pärchen“ sind auch zugleich die Zimmerkollegen): Karl und Dieter, Horst und Uli, Hubert und Wolfgang, Messi und Timo, Stefan F. und Jacky.

Buchung, Planung und Reiseleitung erfolgte durch Stefan. Die Reise war von Anfang bis Ende absolut super durchgeplant. Ein professionelles Reiseunternehmen hätte es nicht besser machen können. Dafür werden wir Stefan als Empfänger für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.

Für die flüssige Verpflegung sorgten Hubert (Bier und Apfelwein) und Timo/Jacky (Heilwasser). Für die feste Verpflegung waren Karl (Fleischwurst) und Timo (Brötchen) zuständig. Auch diese logistische Organisation ist natürlich äußerst wichtig. Aber wir wollen es mit dem Bundesverdienstkreuz nicht gleich übertreiben.

Reisebericht (Tag 1: 14. Juni 2019)

Um 8.30 Uhr standen die 10 kleinen Fußballmeister pünktlich am Bahnhof in Wiebelsbach und waren voller Erwartungen, was ihnen die Großstadt Hamburg so bieten würde und was sie alles erleben sollten. Schon hier sei erwähnt, dass es, im Gegensatz zu dem Lied „10 kleine Jägermeister“ von den „Toten Hosen“, keine Verluste gab und alle 10 Fußballmeister wieder gesund im Odenwald angekommen sind.

Am Bahnhof fiel die Gruppe sofort positiv auf: Sie hatten alle die gleichen tollen und sehr schicken T-Shirts an. Vor allen Dingen Frauen drehten sich oft um und betrachteten das tolle Stück (natürlich das T-Shirt). Auf dem Rücken stand „AH on Tour“, auf der Brust stand „Hamburg 2019“, und auf dem rechten Ärmel war der jeweilige Name aufgedruckt.

Der Aufdruck des Namens hat bei Jacky in Hamburg zu einer absoluten Verblüffung geführt. Aber dazu später näheres.

Die Idee für diese tollen T-Shirts hatte Hubert. Er kümmerte sich um die Besorgung und um den Aufdruck. Wenn er auch auf dem Fußballplatz nicht immer seine volle Leistung abrufen kann, für das Besorgen von unserem „Outfit“ ist er immer zu gebrauchen. Das hat er schon oft bewiesen. Auf jeden Fall sollten wir solche T-Shirts zur Tradition werden lassen und bei allen weiteren AH-Touren jeweils neu mit den angepassten Aufdrucken für die Teilnehmer besorgen (und schon hat Hubert wieder einen Job).

Wer den Bericht von Wissembourg kennt, fragt sich wahrscheinlich, wo die süßen kleinen Kümmerlinge von Nils geblieben sind, die damals aus Versehen wieder nach Hause gereist sind und nicht getrunken wurden. Leider war Papa Nils bei der Tour 2019 nicht dabei und die Kümmerlinge durften nicht alleine mitreisen. So stehen sie wahrscheinlich noch immer bei Papa Nils im Schrank und warten auf die nächste Tour.

Die Wartezeit am Bahnhof Wiebelsbach wurde bei herrlichem Sommerwetter durch Bier und Apfelwein verkürzt. Jacky beschwerte sich über das Bier, da es nur kleine 0,33er Flaschen waren. Er meinte, anstelle solcher Baby-Flaschen hätte er lieber aus ausgewachsenen 0,5er Flaschen getrunken. Es muss halt immer Nörgler geben, die mit nichts zufrieden sind.

Als der Zug einfuhr, kam es gleich zu unnötiger Hektik beim Einsteigen. An dem einen Wagon standen andere Bahnfahrer vor uns. Daher stürmte ein Teil der Truppe zum nächsten Wagon, weil da keiner stand. Das Ergebnis: Wir saßen in zwei verschiedenen Wagons. Dadurch kam die Organisation etwas durcheinander. Die Getränke waren bei der einen Gruppe, die Fahrkarten bei der anderen. Dank der modernen Zeiten konnten wir uns wenigstens durch „WhatsApp“ verständigen.

In Hanau stiegen wir in einen ICE um. Die Wartezeit nutzten zwei Mann, um zu Pinkeln und erwarben sich dadurch für diese Tour den obligatorischen Titel der „Erst-Pinkler“. Es handelte sich um Karl und Uli. Den 3. Platz belegte Dieter, allerdings erst einige Zeit später im Zug nach Kassel. Der ansonsten eifrige Pinkler Jacky verpasste diesmal einen Platz auf dem Podium. Wahrscheinlich lag das an den kleinen Bier-Flaschen und der damit verbundenen überschaubaren Flüssigkeitszufuhr.

Wie schon in Wiebelsbach wurde die Wartezeit auch in Hanau durch Bier und Apfelwein erträglich gemacht.

Nachfolgend eine kleine Unterhaltung zwischen Hubert und Messi. Hubert sagte: „Du hast doch keine Unterhose an“. Messi: „Sieht man das?“. Hubert: „Nein, aber man riecht es“.

Karl war so freundlich und hat unsere leeren Bierflaschen entsorgt. Dazu beugte er sich über einen großen Papierkorb – und wurde sofort von einem Kollegen fotografiert. In unserer Phantasie sahen wir dann die Schlagzeile in der Bild-Zeitung: „Ehemaliger Bürgermeister durchwühlt im Bahnhof in Hanau die Papierkörbe. Wie konnte es soweit kommen?“.

Im ICE hatte unser Reiseleiter 10 Plätze reserviert. Bei zwei 4er-Sitzgruppen saßen sich jeweils 2 Personen gegenüber und hatten sogar einen Tisch dazwischen. 2 Plätze waren direkt dahinter, weil die Bahn nicht extra wegen uns den ICE umbauen wollte. Die Tische waren natürlich ideal für unser Odenwälder Frühstück: Fleischwurst, Weck und Bier. Als Nachtisch gab es zur Verdauung Marillen-Heilwasser.

Bedingt durch diese Stärkung kehrte etwas Ruhe ein und bis zum Umsteigen in Kassel passierte nichts mehr.

Der Aufenthalt in Kassel wurde zur Auffüllung des inzwischen aufgebrauchten Getränkevorrates genutzt. Endlich war auch Jacky zufrieden, denn es gab jetzt 0,5er-Bomben. Bevor wir in Hamburg ankamen, gab es noch ein Marillen-Heilwasser. Dieser Reiseabschnitt verlief ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. Das ist ja im Prinzip nichts Negatives. Die 10 kleinen Fußballmeister wollten wahrscheinlich absolut fit für das Abenteuer Hamburg sein.

Kaum hatten wir am Hamburger Hauptbahnhof den Zug verlassen, packte uns die Großstadthektik. Wie auf jedem HBF war das ein einziges „Gerenne“ und „Gewusel“. Unser Reiseleiter besorgte Karten für die S/U-Bahn. Dort herrschte die gleiche Hektik. An der Haltestelle „St. Pauli Messe“ stiegen wir aus und marschierten zu unserem Hotel „Holiday Inn Express“.

Auf dem kurzen Weg dorthin konnten wir das Stadion „Am Millerntor“ vom FC St. Pauli sehen.

Das Einchecken verlief ohne Probleme. Somit konnten wir pünktlich um 16.00 Uhr den Fußmarsch zur Hafenrundfahrt antreten. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert. Es war trüb, sehr schwül und roch förmlich nach Gewitter.

Als wir im Hafen an den Landungsbrücken ankamen, stand da eine Bronze-Statur. Timo sagte zu Jacky: „Stell dich dazu. Ich mache ein Bild von euch“. Dann passierte die eingangs erwähnte Verblüffung von Jacky. Die Statur sagte nämlich zu ihm: „Hallo Jacky. Alles klar?“. Der liebe Jacky bekam fast einen Herzkasper. Es klärte sich aber schnell auf. Die Statur war tatsächlich ein echter Mensch, der in einem bronzenen Anzug steckte. Und den Namen „Jacky“ hatte er auf dem Ärmel von unserem Super-T-Shirt gelesen.

Wir hatten gerade in der Barkasse unsere Plätze eingenommen, als das Gewitter losging. Es war kurz und heftig. Aber wir saßen ja geschützt und trocken in der Barkasse.

Zu den 10 kleinen Fußballmeistern hatte sich inzwischen Annika (Jackys Tochter) mit ihrem Freund Nils gesellt. Sie lebt zurzeit, beruflich bedingt, in Hamburg, und hat die AH-Tour genutzt, um ihren Vater zu treffen.

Der Hamburger Hafen liegt an der Unterelbe ungefähr 100 km von der Elbmündung in die Nordsee entfernt. Er gilt dennoch als Seehafen, da er auch von großen Seeschiffen angelaufen werden kann. Neben dem Warenumschlag werden dort Güter gelagert bzw. gewerblich verarbeitet. Der Hafen ist eine touristische Attraktion und blieb daher auch von uns nicht verschont.

Während wir auf die Abfahrt warteten, fuhr ein großes Containerschiff in den Hafen ein. Das war schon sehr beeindruckend. Wir sollten später noch die Möglichkeit erhalten, einen solchen Ozean-Riesen aus der Nähe zu sehen.

Als die Rundfahrt startete, war das Gewitter vorbei, die Sonne schien und der Kapitän öffnete das Dach. Er versorgte uns sofort mit vielen interessanten Informationen, rund um den Hamburger Hafen. Zum Beispiel fuhren wir an einem Bereich des Hafens vorbei, in dem die Krimiserie „Notruf Hafenkante“ gedreht wird. Dann wurde es sehr abenteuerlich. Auf der Fahrt durch die Speicherstadt, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, stellte sich die Barkasse auf einmal quer wie ein Rallye-Auto. Dann sagte der Kapitän: „Achtung, es gibt gleich einen Einschlag“. Er hatte nicht untertrieben. Mit einem gewaltigen Rumms donnerten wir an die Wand des Kanales der Speicherstadt. Das war nicht ohne, zumal ja erst vor kurzem so ein kleines Touristenboot auf der Donau von einem großen Pott versenkt wurde und es etliche Todesopfer gab. Der Kapitän sagte, dass er die Strömung unterschätzt habe, und dass sicherlich in dem Restaurant, das sich oberhalb unseres Einschlages befand, einige Gläser umgefallen sind.

Zum Glück verlief die restliche Rundfahrt ohne weitere gefährliche Vorkommnisse. Als Besonderheit fuhren wir, wie schon erwähnt, sehr nahe an einem riesigen Containerschiff vorbei. Hier die Maße des Schiffes: Länge 400m, Breite 60m. Wenn man solche Riesen im Fernsehen sieht, dann kommen sie einem schon gewaltig vor. Aber in echt – einfach unglaublich. Bei aller Bewunderung solcher technischen Meisterleistungen darf nicht vergessen werden, dass ein solches riesiges Schiff durch die Dieselmotoren eine erhebliche Luftverschmutzung verursacht.

Ein großes Kreuzfahrtschiff konnten wir leider nicht sehen. Von diesen Schiffen war unser Kapitän auch nicht unbedingt angetan, da sie ebenfalls in großem Umfang zur Luftverschmutzung beitragen und die jeweiligen Städte/Regionen mit Touristen kurzzeitig „überschwemmen“. Zudem bringen solche Touristen wenig Profit für die jeweilige Wirtschaft, da sie ihr Geld meistens auf dem Schiff ausgeben. Die Luftverschmutzung erfolgt nicht nur auf See, sondern auch im Hafen, da die Dieselmotoren für die Energie-Versorgung des Schiffes ständig laufen müssen.

Nach diesem kleinen Ausflug zum Thema „Luftverschmutzung“ zurück zu unserer Tour.

Nach Ende der Hafenrundfahrt brachen wir sofort zum nächsten, äußerst wichtigen, Termin auf. Ohne Umwege marschierten wir zum Abendessen in die Gaststätte „Brauhaus Joh. Albrecht“. Es gab sehr gutes und reichliches Essen. Das war auch nötig, um unsere durchtrainierten und gestählten Körper wieder mit Energie zu versorgen.

So gestärkt unternahmen wir anschließend einen kleinen Stadtbummel. Trotz des Gewitters betrug die Temperatur noch immer 23 Grad. Dadurch stellte sich relativ schnell Durst ein und wir kehrten am „Jungfernstieg“ ein. Wir fanden im Freien einen schönen Tisch für 10 kleine Fußballmeister, mit Blick auf die Binnen-Alster und ließen uns das servierte Bier schmecken. Die Kellner hatten alle „Alex“ auf ihren Shirts stehen. Wir wunderten uns, dass alle Kellner Alex hießen. Bis sich herausstellte, dass die Kneipe „Alex“ hieß.

Unser Heimweg führte durch die Reeperbahn. Dort war natürlich die Hölle los und die Luft brannte förmlich. Entsprechend blieben einige Fußballmeister noch hängen (aber ohne sich zu verbrennen). Die restlichen Fußballmeister nahmen noch einen „Absacker“ an der Hotelbar und zogen sich dann zur wohlverdienten Ruhe in die Zimmer zurück.

Reisebericht (Tag 2: 15. Juni 2019)

Zum Frühstück am nächsten Morgen erschienen so nach und nach alle Helden. Es gab zum Glück keinen Schwund und alle Fußballmeister sahen recht passabel aus. Leider war das Wetter schlecht – schon wieder Gewitter und Regen.

Dann kam der Auftritt von Jacky. Er war früher mit dem Frühstück fertig und ging schon einmal alleine zum Zimmer. Sowohl Treppenhaus als auch Aufzug konnten aus Sicherheitsgründen nur mit der Zimmerkarte betreten werden. Bisher lief Jacky immer der Meute hinterher und brauchte sich dadurch nicht um solche Kleinigkeiten zu kümmern. Jetzt stand er aber alleine vor der Tür zum Treppenhaus. Denn als Sportler wollte er natürlich die Treppe benutzen. Ganz stolz hielt er seine Zimmerkarte an den Türgriff. Aber nichts passierte. Er drehte die Karte in alle Richtungen – aber nach wie vor passierte nichts. Zum Glück kam in diesem Moment der Aufzug und bevor sich die Tür wieder schloss, sprang er schnell hinein. Was hat er falsch gemacht? Natürlich ist der Türöffner nicht am Griff, sondern in einen Kartenleser an der Wand neben der Tür integriert.

Da in einem solchen Hotel überall Überwachungskameras angebracht sind, lagen die Sicherheitsleute wahrscheinlich vor Lachen auf dem Boden, falls sie diese Aktion beobachtet haben. Und wer weiß … vielleicht taucht die Szene irgendwann/irgendwo im Internet auf unter dem Motto „Ein Schussel unterwegs im Hotel“.

Nach dem ausgiebigen Frühstück hatte das Wetter ein Einsehen und Regen und Gewitter waren abgezogen. Daher marschierten wir trockenen Hauptes zum Busbahnhof, um die bereits im Vorfeld gebuchte Stadtrundfahrt anzutreten. Die Busse fuhren ebenfalls, wie die Schiffe, an den Landungsbrücken ab. Der logische Unterschied: Sie fuhren auf der Straße!

Als wir auf den Bus warteten, sagte Uli: „Dem Messi sein Ding stinkt ja furchtbar“. Er meinte natürlich den Zigarillo, den Messi genüsslich paffte (hat jemand etwas anderes gedacht???).

Der Start zur Stadtrundfahrt erfolgte um 10.30 Uhr. Wir fuhren mit einem offenen Doppeldeckerbus. Auch hier wurden wir mit Informationen überhäuft. Und zur Besichtigung des Wahrzeichens von Hamburg, der Sankt Michaelis Kirche, wurde die Rundfahrt sogar unterbrochen. Besser bekannt ist dieses Wahrzeichen unter dem Namen, der von den Hamburger Bürgern vergeben wurde: „Hamburger Michel“.

Anschließend ging es mit dem Bus weiter, quer durch Hamburg. Die Fülle der Eindrücke kann man in einem solchen Bericht nicht beschreiben. Das muss man einfach erleben.

Nach Ende der Rundfahrt gingen wir am Hafen entlang und kehrten in einer Pizzeria ein. Hierbei zeigte sich wieder das Phänomen, dass dort, wo Leute sitzen, sich auch weitere Leute hinsetzen. Vor der Pizzeria und danach waren alle Lokalitäten gut besetzt und wir fanden keinen Platz für 10 kleine Fußballmeister. Nur in/vor der Pizzeria saß niemand. Aber als wir vor der Pizzeria Platz genommen hatten, kamen ruckzuck weitere Gäste hinzu.

Es wurde, neben der obligatorischen flüssigen Nahrung, auch eine Kleinigkeit gegessen. Da es die Pizzas nur in einer Größe gab, wurde kurzerhand eben jeweils eine Pizza für 2 Personen bestellt. Das machte keine Probleme. Die Bedienung war uns wahrscheinlich dafür dankbar, dass wir uns hingesetzt hatten und dadurch weitere Gäste kamen.

Zu dieser Zeit gab es doch einen kurzfristigen und vorübergehenden Schwund. Horst traf sich mit einem Bekannten, und Karl traf sich mit seiner Cousine.

Die restlichen 8 Fußballmeister starteten zur Besichtigung der Elbphilharmonie. Sie wird auch liebevoll „Elphi“ genannt. Es handelt sich um ein Konzerthaus, das 2016 fertiggestellt wurde und 110m hoch ist. Die Kosten belaufen sich auf 866 (!) Millionen Euro. Nicht schlecht – oder?

Für die Öffentlichkeit ist nur die Plaza zugänglich. Das ist der Raum zwischen dem alten Backsteinsockel und dem neuen Glasaufbau. Die eigentlichen Konzertsäle befinden sich in dem modernen Glasaufbau und sind nur für Konzertbesucher zugänglich. Erreicht wird die Plaza durch zwei Rolltreppen. Oben angekommen gibt es einen Außenrundgang, mit herrlichem Blick auf die Elbe, den Hafen und die Innenstadt. Wenn man unserem Hubert glauben kann, soll es sogar Toiletten geben, die noch nie benutzt wurden. Die sollen für Personen sein, die nicht pinkeln oder ein größeres Geschäft machen müssen. Na ja, so erklären sich die hohen Baukosten.

Was jetzt kommt, ist fast unglaublich: Der Eintritt in die Plaza ist frei!!! Lediglich zur Erfassung der Besucherzahlen muss ein Ticket gelöst werden. So etwas gibt es sehr selten. Oftmals muss man für touristische Attraktionen schon bezahlen, wenn man nur „Guten Tag“ sagt.

Die Tickets besorgte unser emsiger Reiseleiter. Da es pro Person nur 6 Karten gab, wir aber 8 Stück brauchten, setzte er seine Mütze ab und stellte sich einfach nochmal an. Ist schon von Vorteil, wenn man einen cleveren Reiseleiter hat.

Als nächster Punkt stand eine U-Boot-Besichtigung auf dem Plan. Auf dem Weg dorthin stieß Horst wieder zum Team. Und Karl war auf dem Weg. Horst und Dieter mussten pinkeln und gingen daher zu einer öffentlichen Toilette. Der Rest verspürte plötzlich einen Durst, der fast unerträglich wurde. Da wir direkt vor einem Gasthaus standen, und auch noch etwas Zeit hatten, gingen wir kurzerhand hinein.

Damit Horst und Dieter wieder zur Truppe fanden, blieben Messi und Jacky vor dem Gasthaus stehen, um die beiden auf den richtigen Weg zu bringen. Sie tauchten aber seltsamer Weise nicht auf. Da der Durst sehr groß war, ging Jacky in das Gasthaus und überließ Messi den Job. Uli machte sich Sorgen und ging als Ersatz hinaus zu Messi. Beide waren vorerst somit auch verschwunden. Stattdessen tauchte ganz überraschend Karl in der Kneipe auf. Jetzt war das Durcheinander perfekt und die Smartphone liefen heiß. Dank dieser modernen Technik fanden die 10 kleinen Fußballmeister doch wieder zusammen und machten sich schließlich gemeinsam auf den Weg zum U-Boot.

Unser Reiseleiter hatte natürlich nicht nur eine Besichtigung des U-Bootes gebucht, sondern eine Führung durch eine autorisierte Person. Dadurch krochen wir nicht einfach von vorne nach hinten möglichst schnell durch, sondern erhielten einen umfassenden Überblick über das Boot und über die Arbeitsbedingungen der Besatzung. Zu jeder neuen Abteilung, die wir im U-Boot besichtigten, wurden wir mit vielen Informationen versorgt. Zu bemerken ist unbedingt, dass man zur Besichtigung durchaus etwas beweglich sein muss. Für zu rundliche Personen ist diese Besichtigung nicht zu empfehlen. Die würden in den engen Durchgangsluken eventuell stecken bleiben.

Bei dem betreffenden U-Boot „U-434“ handelte es sich um ein russisches Spionage-U-Boot. Länge ca. 90 Meter, Breite ca. 9 Meter, Höhe ca. 15m. Ursprünglich sollte das Boot verschrottet werden. Aber, wie so oft, ist alles nur eine Frage des Preises. Es wurde ein Investor gefunden, der das Boot kaufte und es für die Öffentlichkeit als U-Boot-Museum zugänglich machte. Natürlich wurden Waffensysteme und sensible Teile von den Russen ausgebaut. Ein Großteil des Innenlebens blieb aber erhalten und hat uns sehr beeindruckt. Wir erhielten Einblick in die Enge dieses U-Bootes, in dem 84 Mann Besatzung 3 Monate verbringen mussten. Ohne jegliche Privatsphäre, mit viel Krach durch die Motoren, Temperaturen von konstant über 40 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90%. Es gab nur eine kleine Anzahl von Betten. Notfalls musste im Sitzen oder Stehen geschlafen werden. Und es stand nur je eine Toilette für Offiziere und Matrosen zur Verfügung. Da ging bestimmt oft einiges im wahrsten Sinne des Wortes „in die Hose“.

Wegen der geringen Höhe der Durchgänge durften die Besatzungsmitglieder nicht größer als ca. 160cm sein. Von unserer Truppe hätten daher nur Dieter und Jacky Chancen auf einen Job in einem solchen U-Boot gehabt.

Nach Abschluss eines Kommandos mussten viele Matrosen psychisch betreut werden. Das war uns nach der Besichtigung und nach den erhaltenen Informationen absolut verständlich. Die „U-Boot-Fahrer“ waren in der russischen Gesellschaft hoch angesehen und haben auch verhältnismäßig viel verdient. Aber was hat man davon, wenn das Oberstübchen nicht mehr so richtig funktioniert?

Wie auch immer … wir besichtigten den Torpedoraum, die Unterkünfte, die Kommandozentrale und den Maschinenraum. Man kann die ganzen Eindrücke hier gar nicht wiedergeben. Das muss man einfach selbst gesehen und gehört haben.

Alle 10 kleinen Fußballmeister waren sich einig: Diese Besichtigung war absolute Spitze und ein riesiges Erlebnis.

Nahtlos gingen wir zum nächsten Programmpunkt über … zum Abendessen. Hierzu hatte unser Reiseleiter im Restaurant „Alt Helgoländer Fischerstube“ Plätze reserviert. Dort gab es in erster Linie Fisch zu essen. Das war absolut in Ordnung – wenn wir schon bei den „Fischköppen“ zu Besuch waren, mussten wir schließlich auch einmal Fisch essen. Die Preise waren zwar etwas gehoben. Aber das gute Essen und die gepflegte Umgebung haben die Preise gerechtfertigt.

Während des Essens kam Jackys Töchterlein Annika nochmals zur Gruppe, um sich vom Vadder Jacky zu verabschieden. Danach war der gute Jacky einige Zeit traurig.

Abflug zu weiteren Unternehmungen erfolgte um 19.30 Uhr.

Die erste Station war eine Kneipe mit Namen „Zum scharfen Eck“. Der Name täuschte aber, falls jemand tolle Frauen erwartet hätte. Denn in erster Linie befanden sich in dem überfüllten Raum grölende Jungs. Obwohl … scharf waren die bestimmt.

Da wir aus Zeitgründen das Miniatur-Wunderland nicht besichtigen konnten, unser Reiseleiter den Eintritt aber schon lange vor der Tour kassiert hatte, konnten wir die Ebbe in unserer Getränkekasse kurz beseitigen. Leider wurde diese Flut von der nächsten Ebbe ganz schnell wieder abgelöst. Bei Bierpreisen um die 5 EUR ist quasi eine ständige Ebbe in der Kasse nicht zu vermeiden.

Auf dem Weg zur nächsten Kneipe kamen wir durch eine Straße, in der Frauen standen, die ihre Liebes- oder sonstigen Dienste anboten. Sie standen nur passiv an den Hauswänden und sprachen niemanden direkt an. Bis auf den Dieter, unseren ältesten Fußballmeister. Ein wunderschönes Mädchen, ca. Mitte 20, kam auf Dieter zu, schlang ihre Arme um seinen Hals und drückte in kräftig an sich. Nur mit großer Mühe konnten wir ihn befreien und entfernten uns schnell. Bis heute wissen wir nicht, ob Dieter überhaupt befreit werden wollte. Zudem hat ein Kollege bemerkt, dass Dieter hätte nachfragen sollen, was das Mädchen bezahlt, wenn er mitgeht.

Die nächste Kneipe, in der wir angelegt haben, hieß „Zwick“. Unter dem Motto „Home of Rock’n Roll“ spielte dort ab ca. 22.00 Uhr eine Live-Band und heizte den Gästen richtig ein. Bevor die Band loslegte, zeigte ein Schlagzeuger auf dem Platz vor der Kneipe sein Können. Er fand großen Zuspruch und ständig schaute und hörte ihm eine Menge Leute zu. Er wirbelte um sein Schlagzeug herum und erinnerte uns ein bisschen an „Das Tier“ (Schlagzeuger der Muppets-Show). Den ständigen Applaus hatte er sich redlich verdient.

Der Rest des Abends verlief genauso, wie der Abend davor. D.h., ein Teil der Truppe ging ins Hotel und nahm an der Bar noch einen Absacker. Der Rest blieb dort, wo die Luft brannte.

Reisebericht (Tag 3: 16. Juni 2019)

Am nächsten Morgen war in aller Frühe der Besuch des Fischmarktes vorgesehen.

Ursprünglich diente der Fischmarkt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Damit die Händler ihre Fische auch sonntags verkaufen konnten, gab es eine Ausnahmeregelung. Verkauft werden durfte aber nur bis 8.30 Uhr, damit die Bürger rechtzeitig zum Sonntagsgottesdienst gehen konnten. Wahrscheinlich ging der eine oder andere Bürger allerdings lieber zum Frühschoppen. Ist ja verständlich – oder?

Heute ist der Fischmarkt an jedem Sonntag von 5.00 Uhr bis 9.30 Uhr geöffnet und bietet alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Stände sind entlang der Uferstraße aufgebaut und erscheinen unendlich. Trotz der frühen Zeit ist richtig viel Betrieb und die Händler überbieten sich mit ihrem Geschrei und ihren Angeboten. Wer lieber ein Bier trinken möchte, geht einfach in die historische Fischauktionshalle. Dort gibt es alles, was zu einem guten Festzeltbetrieb gehört. Inklusive einer Live-Band.

Das Wetter war wieder sonnig. Und so machten sich immerhin 6 tapfere kleine Fußballmeister um 6.30 Uhr auf den Weg zu dem vorstehend beschriebenen Fischmarkt.

Dort angekommen fühlten wir Odenwälder uns gleich an den Wiesenmarkt erinnert. Nur dass es hier mehr nach Fisch roch. Es herrschte trotz der frühen Uhrzeit ein reger Betrieb und die Verkaufsstraßen waren voll von Menschen. Wir liefen einmal an den einzelnen Ständen vorbei und schauten uns das Treiben interessiert an.

Ein Tourist sagte zu einem der Händler: „Hier auf dem Markt sind doch sicherlich viele dumme Menschen unterwegs“. Daraufhin antwortete der Händler: „Sicher. Aber die meisten fahren nach ihrem Urlaub wieder nach Hause“.

Sorry, das ist natürlich erfunden. Weiter geht es mit den Tatsachen.

Als wir am Ende angekommen waren, hörten wir eine laute Schiffssirene und gingen an den Hafenrand. Es war nur ein relativ kleines Passagierschiff mit dem Namen „Deutschland“ zu sehen, das gerade in den Hafen einlief. Wir blieben noch eine Zeit lang an der Hafenkante in der Sonne stehen und schauten dem Treiben zu. Denn am Hafen, abseits des Fischmarktes, war ebenfalls schon richtig was los.

Auch kleine Fußballmeister müssen frühstücken. Daher ging es schnell zurück zum Hotel und direkt in den Frühstücksraum. Dort tauchten nach und nach auch die restlichen Fußballmeister auf.

Der Aufbruch zum Hauptbahnhof erfolgte rechtzeitig. Denn lieber dort noch warten, als den Zug in die Heimat verpassen. Im Bahnhof fanden wir schnell eine Bierbar und konnten dadurch die Wartezeit recht angenehm gestalten.

Wie schon während der Anreise kam auch dieser ICE überraschend pünktlich und wir konnten die von unserem Reiseleiter reservierten Plätze einnehmen. Hierbei ging es, wie immer, etwas hektisch zu, da in den engen Gängen viele Passagiere mit ihren Koffern unterwegs waren und ihre Plätze suchten.

Während der Fahrt von Hamburg bis zum Umsteigen in Kassel stellten wir einen absoluten Bier-Negativrekord auf: Während der 3 Stunden Fahrtzeit wurde absolut nichts getrunken. Unglaublich, dass ein AH-Körper das aushalten kann. Hier die Schilderung einer erklärenden Situation während dieser Fahrt bezüglich der 10 kleinen Fußballmeister: 5 befassten sich mit ihren Smartphones, 3 unterhielten sich gedämpft, 2 schliefen. Hätte sich nicht eine Gruppe Mädels über ihre Erfahrungen mit Call-Boys unterhalten, und eine Gruppe junger Männer über ihre Erlebnisse bei einem Junggesellenabschied … man hätte meinen können, man befindet sich in einem Schlafwagenabteil. Früher haben wir die Stimmung im Zugabteil gemacht. Heute machen es andere. Natürlich kann man das so auslegen, dass wir reifer geworden sind. Aber man sollte diese Reife auch einmal vergessen und einfach nur lustig sein und feiern. „Reif“ können wir dann wieder zu Hause sein.

In Kassel hatten wir 45 Minuten Wartezeit. Die wurde zuerst genutzt, um Kaffee und Cola zu trinken. Von Jacky kam daher der Vorschlag, dass wir im Jahre 2020 anstelle unserer Tour an einer Kaffeefahrt teilnehmen sollten, um günstige Heizdecken kaufen zu können. Zum Glück waren wir alle der Überzeugung, dass das nicht unser Anspruch sein kann. Natürlich müssen wir nicht ständig saufen. Das will von uns sicherlich niemand. Aber über etwas mehr“ Action“ hätte bestimmt niemand etwas einzuwenden. Wie auch immer diese „Action“ aussehen mag.

Nachdem Kaffee und Cola getrunken waren, blieb für einige der 10 kleinen Fußballmeister zum Glück noch Zeit, um endlich ein naturreines Bier zu trinken. Zumal es am Bahnhof sogar „Hasseröder“ Bier gab.

Pünktlich um 15.15 Uhr ging es weiter zur nächsten Etappe nach Hanau.

Auf dieser Etappe haben dann 8 Mann doch einmal den Bistro-Wagen des ICE getestet. Man sagte uns, dass das Flaschenbier noch nicht gekühlt sei, aber wir gezapftes Bier erhalten könnten. Dieses Angebot nahmen wir gerne an. Eine Ausnahme: Uli bestellte ein alkoholfreies Weizenbier. Dafür gab es allerdings kein Glas. Das ist schon ein nicht ganz zufriedenstellender Service der DB. Aber wir sind ja pflegleicht und es gab daher keine Beschwerden. Durch die kurvenreiche Strecke war das Trinken nicht ganz einfach und sein Glas musste man schon richtig gut festhalten.

Eine kleine Story von Horst und Uli, die zusammen in einem Zimmer geschlafen haben: Uli hat morgens neben dem Bett Gymnastik gemacht und dabei einige seltsame Geräusche von sich gegeben. Horst ist dadurch aufgewacht und hat niemand gesehen, da Uli neben dem Bett aktiv war. Es bleibt das Geheimnis von Horst, wie er dieses „Gestöhne“ eingeordnet hat und wie er das psychisch verkraftet hat. Wir hoffen alle, dass Horst durch das erlebte keine bleibenden Schäden erlitten hat.

Nachdem die komplette Hin- und Rückreise ohne große Verspätungen abgelaufen war, kam es auf der Fahrt nach Hanau zu einer kleinen Verspätung. Dadurch verpassten wir unseren vorgesehenen Zug in den Odenwald. Das war aber kein Problem – wir nahmen einfach den nächsten Zug.

Um 17.50 Uhr kamen alle 10 kleinen Fußballmeister wohlbehalten und ohne sichtbaren Schäden in Wiebelsbach an. 5 dieser Fußballmeister wollten sofort nach Hause. Aber 5, und zwar die mit der größten Kondition, machten noch einen würdigen Abschluss dieser gelungenen Tour beim „Sabsy“ in Wiebelsbach, bei Bier und sehr gutem Essen.

Fazit

Beim „Traumschiff“ macht es am Ende der Reise immer „kling, kling“ und der „Pseudo-Kapitän“ sagt einige kluge und weltbewegende Worte. Wobei das ist ja alles nur erfunden ist und so im Drehbuch steht. Die 10 kleinen Fußballmeister sagten hingegen in echter Überzeugung:

„Diese Tour war genial und wir sind alle froh, daran teilgenommen zu haben“.

Abschließend noch einmal die Schluss-Dankesworte. Vielen Dank an

-Stefan für die geniale Planung und für den Job als Reiseleiter.
-Hubert für die Bierversorgung und für die Organisation der tollen T-Shirts.
-Karl für die Versorgung mit Fleischwurst.
-Timo für die Brötchen zur Fleischwurst. Zusätzlich für „Stier-hakler“ und „Ouzo“.
-Jacky für den Marillen-Schnaps.
-Dieter, Horst, Messi, Uli und Wolfgang einfach nur für ihre Teilnahme an der Tour.

Übrigens: Die Reste sämtlicher „Heilwasser“ stehen uns im Sportheim des SCH zur Vernichtung zur Verfügung. Natürlich für alle AH-Spieler. Nicht nur für die 10 kleinen Fußballmeister, die diese schöne Tour mitgemacht haben.

Und wie immer gilt auch diesmal: Nach der Tour ist vor der Tour!!!

Tschüss bis zur Tour 2020!