2018 - Ausflug Wissembourg/Frankreich

Die AH-Tour 2018 nach Wissembourg/Frankreich

Folgende AH-Spieler nahmen an der Tour teil:
Andreas Kohl, Horst, Hubert, Jacky, Klaus, Marc, Marco, Nils, Stefan Flath, Stefan Richstein (im folgenden Bericht „Messi“ genannt, damit es nicht zu „Stefan-Verwechselungen“ kommt) und Timo.

Planung und Buchungen: Nils.
Zugverbindungen: Horst.
Flüssige Verpflegung mit Gerstensaft: Hubert und Messi.
Heilwasser: Hinfahrt Jacky, Rückfahrt Marc.
Kümmerling: Nils. Aber dazu später mehr.

Früher war die Urlaubsplanung oft so geregelt, dass die Frau sagte, wohin es geht, der Chef sagte, wann es dahin geht, und die Bank sagte, wie lange man dort bleiben konnte. Heute, im mittleren und fortgeschrittenen AH-Alter, stehen wir (meistens) mit beiden Füßen fest im Leben und können über solche elementaren Dinge selbst entscheiden.

Wir entschieden uns, nachdem wir bisher alle unsere Touren in Deutschland gemacht haben, auch einmal unsere ausländischen Nachbarn mit unserer Anwesenheit zu beglücken. Ein Ziel war schnell gefunden: Wissembourg. Dieses schmucke Städtchen liegt kurz hinter der deutsch-französischen Grenze in der Region Elsass (heute Grand Est), in der Nähe des Pfälzer Waldes. Schon hier sei erwähnt, dass es in Wissembourg eine wunderschöne Altstadt gibt und man sich dort absolut wohlfühlt.

Immer, wenn Engel auf Reisen gehen, spielt das Wetter mit. So auch in diesem Jahr. An allen drei Tagen gab es ein Mix aus Wolken und Sonne, es war angenehm warm und es gab keinen Regen.

Der größte Teil der Truppe traf sich in Höchst am Bahnhof. Der Zeitpunkt war extra etwas früher gewählt, denn wir mussten ja auf die bevorstehende Reise mit einem Bierchen anstoßen. Die Stimmung war gut, aber man merkte den Reisenden an, dass sie früh aufstehen mussten. So wurde zwar, wie meistens, viel geredet. Doch nicht so intensiv, wie sonst.

Nils sagte, dass er einige Fläschchen Kümmerling dabei hat. Aber dazu später mehr.

Der Zug kam, man lese und staune, pünktlich. Manche haben das sogar bedauert, da wir wegen Verspätungen einen Teil der Fahrtkosten unserer Köln-Tour von der DB erstattet bekamen und dieses Geld in Getränke umsetzen konnten.

Kaum hatten wir unsere Plätze eingenommen, gab es die nächsten Bierchen. Schließlich wird einem ja von allen Seiten eingetrichtert, dass man viel trinken soll. Die Unterhaltung nahm so langsam Fahrt auf. Stefan erzählte, dass er vor kurzem mit einem Lust-Bus gefahren sei. Davon war Messi begeistert. Mit diesem Bus will er auch unbedingt einmal fahren. Wahrscheinlich hatte er den Begriff „Lust-Bus“ missverstanden.

In Bad König stieg Andreas zu, und in Michelstadt Horst. Wobei Horst für einen Eklat sorgte: Er hatte einen Kaffee in der Hand. Das geht normal gar nicht. Jedenfalls nicht zu einem solchen Zeitpunkt. Der Rest der Truppe sah schließlich großzügig darüber hinweg, zumal Horst ganz schnell in das Bier-Lager wechselte.

Das Bier, das wir dabei hatten, zog einen russischen Fahrgast an. Freundlich, wie wir nun einmal sind, gaben wir ihm ein Bier ab. Mit dem Erfolg, dass er uns vollquatsche und wir ihn nicht mehr loswurden. Wir sahen das schließlich als unseren Beitrag zur Völkerverständigung an.

Als wir durch den Krähbergtunnel fuhren, erzählte Stefan, dass es sich bei diesem Tunnel um den längsten eingleisigen Tunnel Deutschlands handelt. Das hat uns mächtig beeindruckt und wir waren stolz, da hindurchzufahren. Na ja, sind wir ehrlich … die Bierversorgung war wichtiger.

Allen, die die Berichte über die AH-Touren kennen, wird aufgefallen sein, dass das Thema „pinkeln“ bzw. wer ist der „Chefpinkler“ immer eine große Rolle spielt. Somit darf es auch in 2018 nicht unerwähnt bleiben. Es werden aber nur die ersten drei Pinkler erwähnt, da das Thema zu umfangreich wäre und der Bericht dadurch zu lang werden würde. Hier also die ersten drei Plätze:

Gold: Nils.
Silber: Jacky.
Bronze: Marco.

Trotzdem werden wir im Laufe des Berichtes feststellen, dass wir an diesem Thema einfach nicht vorbeikommen.

In Eberbach mussten wir umsteigen. Hier verabschiedete sich unser russischer Freund. Es wurden noch einige Bilder geschossen und wir mussten ihm unseren Vereinsnamen aufschreiben, damit er ein Andenken an uns hat.

Auf der Fahrt zum nächsten Umsteigen in Neustadt/Weinstraße passierte nicht viel, da wir mit einer Regionalbahn fahren mussten und wir, bedingt durch viele Reisende, etwas „verteilt“ gesessen hatten.

Den Aufenthalt in Neustadt nutzten wir, um auch einmal feste Nahrung zu uns zu nehmen. Da dadurch der Magen belastet wurde, mussten wir anschließend ein Marillen-Heilwasser zu uns nehmen, um eventuellen Magenbeschwerden vorzubeugen.

An dieser Stelle wäre auch ein Kümmerling von Nils hilfreich gewesen. Aber dazu später mehr.

Irgendwie hatten wir auf unsere ausländischen Mitbürger eine anziehende Wirkung: Nach unserem russischen Freund war es diesmal ein junger Mann aus Kenia. Der entscheidende Unterschied zu dem Russen war, dass er sein eigenes Bier dabei hatte. Er war sehr aufgeweckt, quatschte Jacky voll und musste ständig lachen. Das klang ungefähr so, wie sich wahrscheinlich ein kenianischer Wasserfall anhört. Aus diesem Verhalten konnte man schließen, dass er schon vorher einige Bierchen gezischt hatte. Da er aber in keiner Weise Zoff machte, war das schon in Ordnung. In Landau stiegt er aus, verabschiedete sich von uns und wackelte bzw. wankte seines Weges.

Ein Zwischenfazit: Willst du etwas erleben – fahre mit der Bahn.

Pünktlich um 13.30 Uhr kamen wir in Wissembourg an und marschierten zu unserem Hotel. Das Hotel, das Nils gebucht hatte, heißt „Au Cygne“ und liegt ideal mitten in der Altstadt. Dort trafen wir dann auch unseren Freund Marc. Für alle, die diesen Bericht lesen und es nicht wissen: Marc wohnt nicht mehr in Hassenroth. Er lebt jetzt ganz in der Nähe von Wissembourg und ist daher separat zum Hotel angereist.

Die Zimmerbelegung erfolgte ohne Probleme. Die Zimmer befanden sich zwar in verschiedenen Stockwerken, und eines war sogar in einem anderen Gebäude. Aber das war nicht weiter tragisch. Zu erwähnen ist, dass Messi und Timo scheinbar die Hochzeits-Suite erwischt hatten, denn ihr Zimmer war, im Verhältnis zu den anderen, riesig. Entsprechend war natürlich am Schluss auch die Rechnung. Das ist eben wie mit dem Bier: Ein großes Bier kostet mehr wie ein kleines Bier.

Nach der anstrengenden Zimmerbelegung war der Durst sehr groß und wir marschierten direkt in die nächste Gaststätte. Bedingt durch das schöne Wetter boten alle Gaststätten auch draußen Sitzgelegenheiten an. Diese Möglichkeit nahmen wir gerne an. Es war so gemütlich, wie in einem deutschen Biergarten. Das 0,5er Bier kostete 5,00 EUR. Nicht gerade billig, wobei dieser Preis aber auch oft in Deutschland bezahlt werden muss. Zumindest in Großstädten. Kommt halt ganz darauf an, wo man sich befindet. Man darf den Preis natürlich nicht mit dem Freitagsstammtisch beim SC Hassenroth vergleichen. Dort kostet das 0,5er Bier 1,50 EUR. An dieser Stelle sei einmal Reklame für diesen Stammtisch gemacht. AH-Kollegen aufgepasst: Kommt und spart. Wenn ihr 3 Bier trinkt und gebt noch 50 Cent Trinkgeld, dann habt ihr immerhin bereits 10 EUR gespart. Und das schönste an der Sache ist: Je mehr ihr trinkt, umso mehr spart ihr! So macht das Sparen doch Spaß, oder?

Wer im AH-Alter allerdings nicht in der Lage ist, auch einmal 5 EUR für ein 0,5er Bier zu bezahlen, der hat etwas falsch gemacht. Zumal die hübsche Bedienung im Minikleid diesen Bierpreis absolut gerechtfertigte.

Neben den Getränken nahmen wir auch einen kleinen Snack in Form von Flammkuchen zu uns. Wir ließen uns einige Flammkuchen auf den Tisch stellen und jeder griff zu. Es wurde viel erzählt. U. A. von der Fußball-Vergangenheit der AH. Schließlich wurde über „Liebesaffären“ geredet. Wer mit wem, wer mit wem nicht, und warum nicht, oder doch, oder doch nicht usw. Namen werden hier aus unterschiedlichen Gründen nicht genannt. Mehr oder weniger geht es halt immer um die gleichen Themen.

Anschließend machten wir einen kleinen Stadtrundgang. Nils und Marco, die beide das Städtchen vom Besuch des Weihnachtsmarktes kannten, versorgten uns mit einigen kulturellen Informationen. Vor allen Dingen die Abteikirche „St. Peter und Paul“ war sehr sehenswert. Wir hielten uns darin einige Zeit auf und kamen richtig zur Ruhe. Wir sind eben keine „Kampftrinker“, sondern wissen, wie man sich in einer Kirche benimmt.

Marco sagte damals, bei dem erwähnten Besuch des Weihnachtsmarktes, über diese Kirche: „Wenn ich einmal heirate, dann hier“. Aus Gag hat er dann Nils im Hinterhof der Kirche einen Heiratsantrag gemacht. Er kniete vor ihm nieder, wir standen alle um die beiden herum und applaudierten. In dem Hinterhof waren etliche Leute beschäftigt, die uns etwas seltsam angesehen haben. Vermutlich gingen sie davon aus, dass das alles echt war und wir zu der Fraktion „vom anderen Ufer“ gehören.

Es folgten weitere Infos zu dem Städtchen von Messi, der ebenfalls früher schon einmal hier war. An dieser Stelle ein Lob für unseren Messi, der damit bewies, dass er auch Kulturelles von sich geben kann.

Nun war eigentlich eine kleine Auszeit angesagt. Aber die meisten nutzten die Zeit für weitere Getränke in einer Straßenwirtschaft. Keine Ahnung, wer darauf kam: Es wurde noch einmal über das Thema „Bruchkekse“ vom Nordseeausflug diskutiert. Das ist einfach immer wieder schön.

Mit dem Wirt dieser Kneipe wurden Kontakte zu einer französischen AH-Mannschaft geknüpft. Mal sehen, vielleicht kommt ja ein internationales AH-Spiel zustande. Das wäre doch einmal etwas absolut Besonderes!

Zum Abendessen hatte Nils in einer Gaststätte für uns Plätze reserviert. Das Essen war zwar sehr gut, aber etwas „überschaubar“ und teuer. Zum Glück hatte niemand eine Suppe bestellt. Er hätte bestimmt gefragt: „Herr Ober, ich habe nur einen feuchten Teller erhalten“. Obwohl es eigentlich die Suppe war.

Eine Besonderheit zu unserem Lieblingsthema „pinkeln“: Messi und Jacky gingen zum Pinkeln, verfehlten auf dem Rückweg die richtige Tür und landeten dadurch auf der Damentoilette. Zum Glück war sie zu diesem Zeitpunkt unbenutzt. Sonst wäre es vielleicht zu peinlichen Missverständnissen gekommen.

Auch in dieser Gaststätte wurden wir von einer sehr hübschen jungen Dame bedient. Nils bemerkte, nachdem ihm die Stielaugen der Kollegen aufgefallen waren: „Leute, wir sollten uns auf das Anschauen der Bedienung versteifen“. Darauf Messi (wieder in seiner gewohnten Art): „Die Betonung liegt auf „versteifen“.

Als Fußballer wollten wir etwas von der Fußball-WM mitbekommen. Daher suchten wir uns nach dem Essen eine Gaststätte mit Fußball-Übertragung. Wir schauten uns das Spiel Portugal gegen Spanien an. Der Kommentator im Fernsehen sprach natürlich Französisch. Dadurch haben wir so gut wie nichts verstanden. Das war aber nicht viel anders, als wenn wir einem deutschen Kommentator zugehört hätten: Was die von sich geben, versteht man meistens auch nicht. Zudem war uns nach dem langen Tag und nach den vielen Bierchen sowieso egal, wer da im Fernsehen was gequatscht hat.

In der Halbzeit lief Reklame. Logischerweise auch auf Französisch. Überraschend schauten einige von uns noch immer gebannt auf den Fernseher. Wahrscheinlich aus Gewohnheit und/oder vom Bier benebelt. In der zweiten Halbzeit nahm Stefan eine kleine Auszeit und machte ein Nickerchen. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff gingen wir gemeinsam in unser Hotel, um uns zur wohlverdienten Ruhe zu begeben.

Jacky lud Timo und Messi noch zu einem Heilwasser-Schlummertrunk ein. Leider hatte er vergessen, dass Hubert und Marc auf der gleichen Etage untergebracht waren. Das war ein großer Fehler, denn dieses Versäumnis wurde ihm in den folgenden Tagen regelmäßig vorgehalten.

Zu bemerken ist noch: Ein Kümmerling von Nils hätte zum Abschluss des Tages allen gut getan. Aber dazu später mehr.

Da Nils den kulturellen Höhepunkt der Tour für den nächsten Tag sehr zeitig vereinbart hatte, mussten wir früh aufstehen, um in Ruhe frühstücken zu können. Das Frühstück war gut. Hierbei kam es zu einigen Vorkommnissen. Andreas hatte seinen O-Saft, der auf dem Tisch stand, aus Versehen in die Kaffee-Tasse geschüttet. Dann war zweimal Klaus am Zug. Zuerst bestellte er ein „weich gekochtes Ei“. Als er es aufschlug, lief gelb und weiß in den Eierbecher. Es kam einem vor, als ob es weicher wäre, als ein rohes Ei. Marco meinte dazu: „Das haben sie wohl nur kurz durch den heißen Wasserdampf geworfen“. Natürlich ging diese flüssige Masse unbenutzt zurück. Dann öffnete er seinen Obstsalat, der „eingeschweißt“ war. Das Ergebnis: Marco, der neben ihm saß, bekam einen Teil des Obstsalates auf seiner Kleidung ab. Dazu das passende Motto: „Heute fliegt der Obstsalat aber tief“. Ein weiterer Teil landete auf dem Tisch. Den restlichen Teil konnte er schließlich verzehren. Immerhin gab es keine Verletzten und der Raum musste auch nicht renoviert werden.

Um 09.20 Uhr (!) war Abmarsch zum Bus. Nils hatte für die Fahrt zu der kulturellen Besichtigung für unsere Gruppe von 11 Personen einen Bus für 53 Mann gebucht. Man muss es eben auch einmal richtig krachen lassen.

Mit dem Bus fuhren wir zu dem kulturellen Höhepunkt dieser Tour: Zu der Festung Schoenenburg. Hierbei handelt es sich um eine Verteidigungsanlage der Franzosen, die nach den Erfahrungen des 1. Weltkrieges zum Schutz ihrer Grenzen und zur Abwehr der Feinde gebaut wurde. Die Anlage liegt 30m unter der Erdoberfläche, befindet sich im Originalzustand und ist inzwischen auch wieder vollständig eingerichtet. Die Temperatur beträgt Sommer wie Winter immer 13 Grad. Sie ist in einer französischen Inventarliste historischer Denkmäler aufgeführt. Diese Festung wurde im 2. Weltkrieg massiv angegriffen, konnte aber nie erobert werden. Über 3000 Bomben und Granaten schlugen hier ein, mehr als in jeder anderen Festung.

Begrüßt und geführt wurden wir von einer Dame, die von Anfang an mit Begeisterung bei der Sache war und uns mit ihrer Freundlichkeit, Kompetenz und Überzeugung sofort in ihren Bann gezogen hatte. Es wurde nie langweilig und bis zum Schluss hörten wir ihren Ausführungen interessiert zu.

Wir konnten (wie schon gesagt, alles 30m unter der Oberfläche) die Kaserne mit Schlaf- und Waschräumen, die Küche, das Lazarett, das Kraftwerk für die Stromerzeugung, den Hauptgang über ca. 1,5 km (mit einem raffiniert getarnten Notausgang), den Befehlsstand und die eigentlichen Kampfbunker mit mächtigen Geschütztürmen besichtigen. Unterwegs gab es etliche Ausstellungen zu unterschiedlichen Themenbereichen zu betrachten. Wir durften sogar eines der riesigen Geschütze bedienen und das tonnenschwere Gerät mit einer raffinerten Technik aus dem Bunker heraus befördern. Das war definitiv sehr beindruckend.

Um einen Überblick von außen über die Anlage zu erhalten, wurden wir von der Dame am Ende des Weges über etliche Sicherungstüren an die Oberfläche geführt. Die angenehme Außentemperatur kam uns nach der langen Zeit bei 13 Grad richtig heiß vor. Und wir stellten fest, dass die beste Belüftungsanlage die frische Luft von draußen nicht ersetzen kann. Es folgten weitere Informationen unserer Begleitperson über die nähere Umgebung, die wir von der Erhöhung aus sehen konnten.

Nach diesem Ausflug an die Oberfläche gingen wir wieder zurück in die Unterwelt und traten den Rückmarsch an. Die Führung wurde anfänglich mit einer Dauer von 2 Stunden angesetzt. Aufgrund der großen Interesse von uns und der vielen Fragen, die von uns gestellt wurden, dauerte sie schließlich 3 ¼ Stunden. Und wir hatten ca. 3 km Fußmarsch zurückgelegt. Wir bedankten uns ausführlich für die tolle Führung und die umfangreichen Informationen und machten vor dem Eingang der Anlage zur Erinnerung noch ein Gruppenfoto.

Nach Ende der Besichtigung stand unser 53-Mann-Bus schon bereit und brachte uns zurück nach Wissembourg. Während der Fahrt haben wir uns angeregt über das soeben erlebte unterhalten und jeder hat noch einmal bestätigt, dass es ein großes Erlebnis war.

Im Bus hätten wir uns über einen Kümmerling von Nils gefreut. Aber dazu später mehr.

Angekommen in Wissembourg mussten wir uns von den Strapazen, die so viel Kultur verursacht, erholen. Daher suchten wir schnell im Außenbereich einer Gaststätte nach Sitzgelegenheiten und nahmen zuerst einmal „flüssiges“ zu uns. Schließlich waren wir von dem anstrengenden Marsch durch die kühle Unterwelt total ausgetrocknet. Zur Stillung des kleinen Hungers gab es kurze Zeit später wieder Flammkuchen. Die gute Luft im Freien wurde nur durch Messi‘s „Stumpen“ verpestet. Egal ob er dicke oder dünne rauchte, irgendwie stanken sie alle gleich gut. Nicht zuletzt fiel auch noch seine Jacke vom Stuhl, die er wegen der 13 Grad, die „Untertage“ herrschten, dabei hatte. Ein ca. 90-jähriges Mädchen hob die Jacke auf und belehrte ihn, besser auf seine Kleidung aufzupassen.

Eine Bemerkung von Messi: „Ich bin wie Jesus. Nur verwandelte ich nicht Wasser in Wein, sondern umgekehrt. Und das sogar wohltemperiert. Daher gehe ich jetzt einmal pinkeln“. Wie am Anfang schon erwähnt: So ganz kommen wir an diesem Thema einfach nicht vorbei.

Nach dem Gaststättenbesuch trennte sich die Gruppe. Teils wurde eine Auszeit genommen, teils ging es weiter mit der Kultur in Wissembourg.

Die „Kultur-Gruppe“ erkundigte weitere Teile von Wissembourg. U. A. wurden Boule-Spieler beobachtet und ein kleiner Park wurde durchquert. Aber schon meldete sich bei dem schönen Wetter wieder der Durst und es wurde eingekehrt. Wobei neben Bier auch Cola, Kaffee und Espresso getrunken wurde. Man darf schließlich den Alkohol-Konsum nicht übertreiben. Wir saßen zwar wieder draußen, aber zum Pinkeln musste man in die Wirtschaft gehen (schon sind wir wieder bei dem Standard-Thema). Das Pinkeln war hier besonders spannend: Die Tür der Herrentoilette führte direkt vom Gastraum zu den Pinkelbecken, also ohne einen Zwischen- oder Vorraum. Wenn da gepinkelt wurde und die Tür ging auf, konnte der kleine „Schniedelwutz“ die Gäste in der Gaststube sehen. Und umgekehrt.

Anschließend wurde der Stadtrundgang fortgesetzt. Wir gingen an einem kleinen Fluss entlang und Nils versorgte die Anwesenden mit weiteren interessanten Informationen zu dem Städtchen.

Doch wo waren eigentlich die Kümmerlinge??? Hierzu erzählte Nils leider nichts. Aber dazu später mehr.

Unterwegs stießen Messi und Timo wieder dazu. Messi sagte: „Die haben uns umsonst einen geblasen“. Er meinte Alphornbläser. In dieser Gegend eher selten, aber sie waren tatsächlich da und bliesen fröhlich drauf los. Beim weiteren Stadtrundgang erzählte auch Messi wieder etwas über das Städtchen Wissembourg.

Schließlich landeten wir beim „Pfarrfescht“. Keine Ahnung, was das genau war. Jedenfalls war ein kleines Festzelt aufgebaut, und es gab auch Stehtische vor dem Zelt. Die wurden von uns sofort beschlagnahmt. Den Grund für dieses Fest wollten wir nicht unbedingt wissen. Hauptsache das Bier war gut. Allerdings hatte der Veranstalter nicht mit uns gerechnet: Ihm gingen ständig die Gläser aus. Bevor wir neues Bier erhielten, mussten wir immer erst unsere leeren Gläser abgeben. Das Wetter war inzwischen absolut toll und wir standen in der warmen Sonne. Dann kam es mal wieder zu einem Eklat: Messi bekam heraus, dass es ein evangelisches Fest war, und kein katholisches. Das hat ihn ziemlich aufgeregt. Am Ende siegte aber das gute Bier, und ihm war letztendlich egal, wer das Bier verkaufte. Zum Glück. Denn man muss bedenken, dass es wegen solcher Kleinigkeiten schon oft zu einem Glaubenskrieg gekommen ist.

Um 19.00 Uhr marschierten wir zum Abendessen los. Hierfür hatte Nils in einer Gaststätte Plätze für uns reserviert. Zum Zeitpunkt des Abmarsches waren wir auch wieder komplett.

Es war ein herrlicher warmer Abend. Wir saßen draußen und genossen die Getränke und das gute Essen. Die Stimmung war hervorragend. Es wurde viel diskutiert und viel gelacht. Bei einer dieser Diskussionen stellte sich heraus, dass Nils keinen Käse mochte. Alle Anwesenden wollten ihn davon überzeugen, dass Käse ein wirklich gutes Nahrungsmittel ist und in seiner Vielfalt absolut zu empfehlen ist. Aber alle Versuche waren umsonst: Nils und Käse … das passt einfach nicht zusammen. Wahrscheinlich hat Nils früher dem „Pumuckl“ im Fernsehen zugesehen. Denn dieser sagte einmal zu Meister Eder: „Käse? Pfui! Ich esse doch keine faule Milch“!

Wobei … was würde nach einem kräftigen Käse guttun? Richtig … ein Kümmerling. Aber dazu später mehr.

Stefan und Jacky wollten sich auch einmal an die Getränke des Landes anpassen. Soll heißen … Frankreich ist nicht unbedingt für Bier bekannt, eher für Wein. Also tranken sie Rotwein. Zumal man den in der Regel auch etwas langsamer und mit mehr Genuss trinkt. Auf diesen Rotwein kamen die beiden später noch zu sprechen, und sorgten damit für einige Aufregung.

Die Diskussionen wurden immer lauter. Aber das hat niemand gestört, denn auch an den anderen Tischen wurde kräftig gefeiert und geplaudert. Der Abend und die allgemeine Stimmung waren einfach zu genial, um sich über irgendetwas aufzuregen.

Da wir als Fußballer natürlich die Weltmeisterschaft verfolgen wollten, war schließlich der Abmarsch in eine Kneipe mit Fußball-Übertragung angesagt. Wie so oft bezahlte Jacky die Getränke aus der AH-Kasse. Hierbei stellte er fest, dass der Rotwein, den er und Stefan getrunken hatten, pro 0,2er Glas 8,00 EUR gekostet hat. Nachdem er bezahlt hatte, erzählte er das in einem Flüsterton Stefan. Denn dieser Preis war schon etwas peinlich und die beiden hätten, nach vorheriger Information, sicherlich einen billigeren Wein oder Bier gewählt. Und dann das Unerklärliche: Kaum hatte Jacky im Flüsterton an Stefan den Preis mitgeteilt, ging ein Aufschrei durch die Reihen. Sogar die relativ weit entfernten Kollegen schalteten sich ein und machten die beiden nieder. Es bleibt wahrscheinlich immer ein Rätsel, wie alle diese stille Unterhaltung zwischen Stefan und Jacky, und somit den Preis des Weines, mitbekommen hatten. Aber genau das sind die Situationen, die eine solche gemeinsame Reise unvergesslich machen.

Angekommen in der Fußball-Kneipe widmeten sich alle, mit mehr oder weniger Durchblick, dem Fußballspiel. Ein Thema war natürlich auch das erste Spiel der deutschen Mannschaft. Zu später Stunde mutierten alle zu Bundestrainern und jeder wusste, wie unsere Mannschaft zum ersten Spiel auflaufen sollte. Da das Ergebnis der Fußball-WM für die deutsche Mannschaft inzwischen bekannt ist, wird hiermit das Thema beendet und nur am Schluss noch einmal kurz erwähnt.

Besonders fiel auf, dass der kulturelle Programmpunkt des Morgens ständig wieder ein Thema war. Selbst mit viel Promille. Das zeigte, dass alle AH-Spieler von dieser Besichtigung noch immer begeistert waren.

Der Abschluss dieses tollen Tages erfolgte dann, zumindest für die meisten Teilnehmer des AH-Ausfluges, im Zimmer von Timo und Messi. Die „Hochzeits-Suite“ bot sich einfach dafür an, auch einige Personen mehr aufzunehmen. Bei diesem Gelage wurden die Reste des Marillen-Heilwassers und des Ouzo12 ohne Rücksicht auf Verluste brutal vernichtet.

Auch hier wären die Kümmerlinge von Nils willkommen gewesen. Aber dazu später mehr.

Außer den genannten Getränken bot Messi noch einen sehr guten Käse an. Der roch zwar wie eine Mischung aus Stinkesocken, Bierfurz und Jauchegrube, schmeckte aber ganz toll. Vor allen Dingen Jacky war von diesem Käse begeistert und biss hinein, wie in einen leckeren Pfirsich. Die Schnäpse und der Stinke-Käse hatten aber scheinbar direkte Auswirkung auf sein Sprachzentrum. Denn er sagte zu dem Besuch in dem kalten Bunker, den nur er und Marc mit kurzen Hosen angetreten hatten: „Ihr seid doch alle Weicheier. Ich habe nicht gefriert!“. Danach waren alle Anwesenden davon überzeugt, sich jetzt lieber zur Ruhe zu begeben.

Das Frühstück am Abreisetag verlief leider, aus Sicht des Reiseberichtes, ohne Probleme. Es gab keine besonderen Vorkommnisse. Zum Glück kommt das relativ selten vor.

Bevor es zum Frühschoppen ging, bezahlten die einzelnen Zimmerteams ihre Rechnung. Natürlich fiel Jacky wieder auf. Als er zur Rezeption kam, stand sein Zimmerkollege Stefan bereits da. Die Dame fragte: „Bezahlen sie auch jeweils die Hälfte?“ Jacky bestätigte das. Darauf die Dame: „Der Betrag lautet über 137,20 EUR“. Daraufhin rechnete Jacky kurz nach und gab der Dame ganz stolz 70 EUR. Mit dem Ergebnis, dass sowohl Stefan als auch die Dame ganz verwirrt geschaut hatten. Natürlich war der genannte Betrag schon die Hälfte. Peinlich, peinlich.

Danach ging es los zum letzten Stadtrundgang. Hierbei trennte sich die Gruppe. Ein Teil wollte einen weiteren Kaffee trinken. Der andere Teil wollte lieber einen normalen Frühschoppen mit Bier machen. Gerade das zeichnet unsere Reisen grundsätzlich aus: Es gibt immer genug Freiräume, auch einmal etwas Individuelles zu tun. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Wobei … am schönsten ist es immer, wenn die Truppe zusammen ist. Und ganz wichtig: Alkohol zu trinken ist für jeden Teilnehmer seine eigene Entscheidung. Dazu wird bei den AH niemand gezwungen. Das gilt sowohl für die Touren, als auch für alle anderen Unternehmungen.

Nach den anstrengenden Tagen herrschte in der Straßenwirtschaft, trotz Frühschoppen-Bier, lange Zeit „Das Schweigen der AH“. Irgendwann waren wir aber wieder komplett und die Unterhaltung nahm Fahrt auf. Natürlich wurde über Fußball diskutiert, aber auch über Höhenangst, Wirtschaftskriminalität und „Pupsen“. Als AH-Spieler muss man sich eben überall auskennen.

Nach dem Frühschoppen holten wir unsere Koffer ab und marschierten pünktlich zum Bahnhof. Die Wartezeit am Bahnhof hätten sicherlich die Kümmerlinge von Nils etwas verschönt. Aber dazu später mehr.

Die Heimreise erfolgte ohne Verspätungen und ohne Probleme. Das Umsteigen funktionierte einwandfrei, es ging keiner verloren, der Getränkenachschub klappte und die anderen Fahrgäste fühlten sich durch uns nicht gestört. In Neustadt gab es einen Ouzo, den Marc an Hubert für die Rückfahrt übergeben hatte. Aber der half auch nicht wirklich, um die Stimmung zu heben. Irgendwie war das alles langweilig. Wahrscheinlich lag es an dem bevorstehenden ersten WM-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft. Jeder war voller Erwartung, freute sich darauf und wollte nur schnell nach Hause. Hätten wir gewusst, wie das Abenteuer „WM-Titel-Verteidigung“ letztendlich ausgegangen ist … wie wären bestimmt noch irgendwo eingekehrt und hätten einen würdigen Abschluss dieser Tour gefeiert. Aber so löste sich die Truppe individuell und unspektakulär, nach der Ankunft in den einzelnen Bahnhöfen, ganz schnell auf.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass es wieder eine absolut gelungene Reise war. Ein großes Dankeschön an die Organisation und an alle Teilnehmer. Es ist immer wieder schön, mit einer solchen Truppe unterwegs zu sein und gemeinsam das eine oder andere zu erleben. So oder in ähnlicher Weise wird das zwar am Ende von jedem Reisbericht erwähnt. Es soll aber auch ein Anreiz sein, diese tollen Touren beizubehalten und immer wieder neue zu planen und durchzuführen. Und jedem muss klar sein … es kann nicht ständig „etwas los sein“ und es muss nicht immer „die Luft brennen“. Schließlich werden wir jedes Jahr ein Jahr älter. Es gibt eben auch ruhige Momente. Das ist gut so. Sie dürfen nur nicht überhand nehmen. Denn mit einem Reisbericht ist es wie mit einem Kerbspruch: Passiert nichts, macht keiner Dummheiten bzw. klopft Sprüche, unterlaufen keinem Missgeschicke … dann gibt es auch nichts oder nicht viel zu berichten.

Hier endet nicht nur der Reisebericht, sondern auch die Geschichte der süßen kleinen Kümmerlinge von Nils. Sie wollten einfach nicht getrunken werden, sondern lieber mit dem Papa Nils wieder nach Hause fahren. Dort stehen sie, nachdem sie so viel erlebt haben, jetzt glücklich und zufrieden wieder im Schrank und warten auf das nächste Jahr. Denn wie in jedem Jahr heißt es auch in 2018: Nach der Tour ist vor der Tour! Wir freuen uns auf die AH-Tour 2019! Sowie auf die Kümmerlinge! Und wer weiß … vielleicht davon später mehr.

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