2017 - Ausflug Köln 16. bis 18. Juni

Köln, wir kommen! Die AH-Tour 2017!

Idee und Zimmerreservierung: Nils
Organisation des Bahn-Transportes der Reisenden: Horst
Getränke-Logistik: Hubert und Messi
Internet: Wolfgang
Die Reisenden: Andre, Andreas, Horst, Hubert, Jacky, Klaus, Messi, Nils, Paddy, Stefan F., Timo, Uli, Walter und Wolfgang
Reisebericht: Jacky

1. Tag, Freitag, 16. Juni

Wetter: Sonne/Wolken-Mix, etwas windig, um die 20 Grad.

Nachdem wir uns im Jahre 2016 für eine Bierwanderung im ländlichen Bereich entschieden hatten, wollten wir 2017 einmal eine Großstadt unsicher machen. Die Entscheidung fiel auf Köln. Warum gerade diese Stadt? Weil Köln Kunst, Kultur, Historisches, multikulturelle Lebensart, Shoppingmeilen usw. anbietet, wie kaum eine andere Stadt. Na ja … wir sind ehrlich – hier kommt der wahre Grund: Köln ist die deutsche Großstadt mit der höchsten Kneipendichte, über 3.300 gastronomische Betriebe.

Wir trafen uns um 10.45 Uhr am Bahnhof in Wiebelsbach zum Frühschoppen. Die erste Aufmerksamkeit gehörte Messi. Er kam mit einer Wollmütze auf dem Kopf, aber in kurzen Hosen. Mit einem Bommel dran wäre diese Mütze ganz sicher als Schi-Mütze durchgegangen. Die zweite Aufmerksamkeit gehörte der Wirtin von der Bahnhofswirtschaft. Ihr Ausschnitt, bzw. was dieser Ausschnitt zeigte, erinnerte uns gleich an den Kölner Dom: So ähnlich mussten die Glocken des Doms aussehen. Wie auch immer, alle AH-Reisenden waren sofort hellwach. Als es von diesen wogenden Glocken dann auch noch die ersten Getränke gab, war die Stimmung sofort positiv.

Zwei Reisende kamen etwas später: Wolfgang hatte noch eine berufliche Telefonkonferenz. Und Timo hatte daheim noch Probleme mit Schafen und Pferden. Pünktlich zur Abfahrt saßen wir aber alle im Zug.

Der Zug stand noch im Bahnhof, da gab es bereits die nächsten Getränke. Wie immer hat die Versorgung mit Getränken hervorragend funktioniert. Sogar die Entsorgung des Leergutes war geregelt. Es kam ein junger Mann, der einigen von uns bekannt war, sammelte das Leergut ein und verstaute es in seinem Rucksack. Somit hatten wir unseren Durst gelöscht, und unterstützen gleichzeitig noch diesen jungen Mann finanziell. Anschließend mussten wir in Darmstadt Nord und im Hauptbahnhof Darmstadt umsteigen. Und schon ging es mit dem alljährlichen Problem los: Das gefilterte Bier wollte wieder raus. Leider war die Klo-Tür nicht beschildert. Wahrscheinlich hatte jemand das Schild als Souvenir mitgenommen. Zum Glück hat unser Bahnspezialist Horst diesen Fehler erkannt, und so konnte die erste Pinkel-Runde erfolgen. Da sich dieses Problem, wie immer, durch die ganze Reise zog, seien hier nur die ersten beiden Gruppen genannt: Erste Gruppe = Horst, Uli, Jacky. Zweite Gruppe = Uli, Jacky, Horst.

In Mainz mussten wir das letzte Mal umsteigen. Da wir jetzt länger im gleichen Zug unterwegs waren, konnten wir etwas für unsere Gesundheit tun: Von Paddy gab es Haselnuss-Heilwasser. Nachdem wir im letzten Jahr ständig alle an der gleichen Flasche genuckelt hatten, und das nicht unbedingt hygienisch war, hatten wir diesmal Schnaps-Gläschen dabei. Daran ist zu erkennen, dass man sich auch noch im Alter weiter entwickeln kann.

Natürlich gab es auch wieder die übliche Verzögerung im Fahrplan. Diesmal durch einen Stellwerksausfall. Aber es war ja alles geregelt: Wir hatten genügend Getränke dabei, ein WC war in der Nähe, Messi machte Stimmung, und über das Smartphone von Andre wurden wir sogar mit Musik unterhalten. Zudem waren weitere Fußballer im Abteil, sodass es ziemlich ausgelassen zuging.

Es war eine richtige Party. Es wurde sogar gesungen. Unter anderem das Lied „Gute Freunde“. Allerdings hatte Messi dafür einen Spezialtext, der hier aber nicht genannt werden darf, weil dieser Bericht ja öffentlich zugänglich ist. Zur weiteren Hebung der Stimmung gab es dann Marillen-Heilwasser. Auch die anderen Fußballer feierten und sangen. Bei uns lief inzwischen Helene Fischer mit „Atemlos“. Hierzu ging Stefan F. voll ab. Das Abteil gehörte den Fußballern. Aber auch andere Gäste machten mit und probierten unser Heilwasser. Es gab keinerlei Probleme und alle waren gut gelaunt. So schön war die Bahnfahrt noch nie: Trinken und feiern, ohne Ärger und ohne Stress. Zum Abschluss gab es noch einmal Haselnuss-Heilwasser. Ankunft Köln HBF: 16:09 Uhr.

Nach so einer grandiosen Feier musste gleich im Bahnhof erst einmal der Hunger gestillt werden. Hierzu wurden als „Kofferaufpasser“ Walter, Andre und Jacky bestimmt – der Rest holte etwas zu essen.

Unser Hotel „Wyndham“ lag direkt am Bahnhof. Was anfänglich als Vorteil empfunden wurde, stellte sich bei einigen AH im Laufe des Aufenthaltes als Nachteil heraus: Je nach Zimmer bekam man nämlich sämtliche Durchsagen vom Bahnhof mit – und das ging die ganze Nacht. Die Zimmer waren OK, aber sehr unterschiedlich. So hatten zum Beispiel Klaus und Walter ein Riesen-Zimmer, aber ein Mini-Bad. Bei Stefan F. und Jacky war es gerade umgekehrt.

Um 17.30 Uhr starteten wir zur Kneipe „Früh am Dom“. Auf dem Weg dorthin kamen wir zum ersten Mal am Kölner Dom vorbei. Wir waren alle von diesem imposanten Bauwerk fasziniert und beeindruckt. Wir kamen dort noch öfters vorbei, aber dieser Dom hatte immer wieder aufs Neue eine enorme Wirkung auf uns. Wie gesagt, ein sehr beindruckendes Bauwerk.

Nach dem ersten Umtrunk bei „Früh“ ging es weiter zur Wirtschaft „Päffgen“. Dort hatte Nils zum Essen reserviert. Die Versorgung mit Bier war vorbildlich. Ungewöhnlich für uns waren natürlich die 0,2er Gläser. Aber die Kellner waren wirklich auf Zack und es gab beim Nachschub nie Verzögerungen.

Endlich war Essen angesagt. Das Essen war sehr gut und alle waren zufrieden. Kurz nach dem Essen wurde der Altersdurchschnitt der Gruppe etwas nach unten gedrückt. Jackys Tochter Annika gesellte sich nämlich dazu. Sie hält sich zur Zeit beruflich in Köln auf und wollte endlich wieder einmal „Odenwälder Dialekt“ hören.

Nils bestellte einen Kaffee. Der Kellner war ehrlich und sagte: „Wirklich? Kaffee ist nicht unbedingt unser Ding“. Nils bestellte ihn trotzdem – und konnte anschließend den Kellner bestätigen.

Nach dem Essen ging es weiter zur Gaststätte „Lederer“. Hier gab es die nächsten 0,2er Kölsch-Biere, aber natürlich auch andere Getränke. Messi gab einen Schnaps aus – einen Kölner Johannisbeerlikör namens „Schwester Herz“. Na ja, unsere eigenen Heilwasser schmecken besser.

Im Odenwald schließt die Küche in den Gasthäusern meistens zwischen 22.00 und 24.00 Uhr. In Köln aber nicht. Hier wird man bis spät in die Nacht bzw. in den Morgen hinein noch angesprochen, ob man nicht etwas essen will. So auch in dieser Kneipe. Und siehe da – mit Erfolg: Hubert bestellte eine Frikadelle. Quasi als Nachtisch zu dem Essen vorher.

Danach trennte sich die Gruppe. Nach dem langen Tag und der anstrengenden Anreise merkte man, wie auch bei einem Fußballspiel, den unterschiedlichen Konditionsstand der einzelnen AH. Daher entschloss sich ein Teil zur Augenpflege im Hotel-Bett. Ein anderer Teil machte noch Köln unsicher.

Fazit: Der erste Tag machte bei allen Lust auf mehr.

2. Tag, Samstag, 17. Juni

Wetter: Bedeckt aber trocken, kaum noch Wind, unverändert um die 20 Grad. Hierzu passt unser Motto: Hauptsache es hat nicht geregnet.

Das Frühstücksbuffet war reichlich. Nur die Brötchen waren gegenüber unseren Odenwälder Brötchen extrem klein. Wenn man da eine Scheibe Wurst drauf gelegt hat, hing sie rundherum herunter. Aber man konnte ja unbegrenzt viele nehmen.

Die Nachschwärmer kamen spät zum Frühstück, aber sie kamen. Sie sahen zum Teil noch etwas zerknittert aus, waren aber sonst recht fit.

Klaus vermutete hinter jedem Nicht-Kaffeetrinker einen anonymen Alkoholiker. Stefan F. trank Tee. Klaus fragte sofort, ob da etwas „scharfes“ drinnen wäre. Dann holte sich Jacky „Kaba“. Prompt kam die gleiche Frage. Klaus hat aber nicht verraten, was er in seinen Kaffee gemixt hatte.

Andreas erzählte von einer äußerst unruhigen Nacht. Er teilte sich ein Zimmer mit Messi. Auf die Schnarch-Geräusche von Messi war er aber nicht vorbereitet. Trotz Ohrstöpsel konnte er ihn deutlich schnarchen hören. Das Schnarchen war anscheinend zu vergleichen mit den Start-Geräuschen eines Düsen-Jets. Andreas meinte jedenfalls: „So etwas habe ich noch nie gehört“.

Nach dem Frühstück begann das Tages-Programm mit einer Stadtrundfahrt mit der „Bimmelbahn“. Wir hätten besser einen Bus genommen, denn wenn es über Kopfsteinpflaster ging, dann wurde das Frühstück bei allen ganz schön durcheinander gewirbelt. Nachstehend ein paar Stationen: Dom, Museum Ludwig, Römisch-Germanisches Museum, Altstadt, Neues Rathaus, Alter Markt, Kirche St. Martin, Severin Brücke.

Am Schokoladenmuseum bzw. am Sport- und Olympiamuseum verließen wir die Bimmelbahn, denn dort war ein kleiner Markt. Natürlich gab es da auch Getränkestände. Und nach so viel Kultur und Informationen mussten wir doch unseren Flüssigkeitshaushalt auf Vordermann bringen.

Nach dieser flüssigen Stärkung widmeten wir uns wieder der Kultur und besuchten das Sport- und Olympiamuseum. Das Museum war wirklich sehr interessant. Denn neben vielen anderen Sportarten war natürlich auch König Fußball stark vertreten. Nur die Luft im Museum war sehr warm, und vor allen Dingen trocken. Also ging es wieder zurück zum Getränkestand zwecks Flüssigkeitszufuhr.

Mit dem nächsten Programmpunkt wurde ein Wunsch von Jacky erfüllt, und es wurde eine Fahrt mit einem Rhein-Schiff gebucht. Hierbei kam es zu einer Besonderheit: Die Wartezeit von 20 Minuten haben wir ohne Getränke überstanden. Unglaublich. Die Fahrt mit dem Schiff war sehr entspannend und zudem wurden wir mit weiteren Information über die Stadt Köln versorgt.

Obwohl es an Bord auch Bier gab, sehnten wir uns doch nach den Kneipen der Altstadt und stiegen daher an der Anlegestelle „Dom“ aus. Wir landeten in Peters Brauhaus.

Für das Abendessen benötigten wir noch eine Reservierung. Das war nicht so einfach, denn wir waren 14 Personen und viele Plätze waren schon vergeben. Schließlich konnten wir bei Papa Joe’s Biersalon 14 Plätze für den Abend buchen.

Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung. Einige flanierten durch die Stadt, oder unternahmen etwas anderes (was auch immer). Eine größere Gruppe machte Rast an dem schönen Platz „Alter Markt“, um endlich auch wieder einmal feste Nahrung zu sich zu nehmen.

Das Wetter war immer noch bewölkt und inzwischen war auch der Wind wieder etwas aufgefrischt. Aber die Temperaturen waren sehr angenehm. Und so machte es Spaß, draußen zu sitzen und die vielen Gruppen von Junggesellinnen- bzw. Junggesellen-Abschiede zu beobachten. Wir waren überzeugt davon, dass es garantiert in ganz Deutschland keinen Ort gab, an dem mehr solcher Gruppen unterwegs waren, als hier in Köln.

Dann kam auf einmal Leben in den ganzen Platz. Zuerst erschienen zwei Fernsehteams. Wir dachten sofort, dass diese Teams uns Odenwälder filmen wollten. Doch dann kamen jede Menge Polizeiautos. Da war uns schnell klar, dass die Kamera-Teams nicht wegen uns da waren. Schließlich löste sich das Rätsel auf und ein Demonstrationszug überquerte den Platz. Unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ demonstrierten Muslime dagegen, dass Terroristen ihre menschenverachtenden Anschläge oft mit dem Islam begründen. Die Demonstranten motivierten die Passanten zum Mitmachen mit dem Ruf „Alle Kölner reiht euch ein“. Na ja, da wir ja keine Kölner sind, blieben wir lieber sitzen. Am Schluss kamen dann wieder etliche Polizeiautos. Danach war der Spuk vorbei.

Nach einer kleinen Pause im Hotel starteten wir um 19.30 Uhr zum Abendessen. Unglaublich, was in der Altstadt los war. Alle Kneipen waren voll besetzt, sowohl drinnen, als auch draußen. Zum Glück hatten wir reserviert. Allerdings war die Kneipe nicht der Brüller, denn die Tische waren etwas klebrig, und es dauerte sehr lange, bis das Essen kam. Besonders tragisch: Zu Nils sagte der Kellner, nachdem er bereits einige Zeit gewartet hatte, dass der bestellte Fisch „aus ist“. Fisch ist scheinbar auch nicht, genau wie Kaffee, die Spezialität der Kölner Kneipen. Zudem konnte man zwei Puppen (Tünnes und Schäl) durch Geldeinwurf zum Musizieren bringen. Das war am Anfang lustig, dann aber eher nervend. Nur Jacky war zufrieden, denn inzwischen war seine Tochter Annika wieder anwesend.

Wir beschlossen daher, zur Brauerei „Früh“ zu gehen, denn dort ging es gemütlicher und professioneller zu. Und der Laden war so groß, dass man immer einen Platz bekam. In den großen Räumlichkeiten bei „Früh“ konnte man sich auf dem Weg zum WC durchaus verlaufen.

In dem WC-Raum gab es ein Becken, in das man vom Magen nicht mehr gewolltes Essen und Trinken abladen konnte. Sehr praktisch. Aber von uns machte niemand Gebrauch davon.

Inzwischen war noch Luca, ein junger Arbeitskollege von Annika, hinzugekommen. Wir versuchten vergeblich, ihm Odenwälderisch beizubringen. OK … in der Kürze der Zeit war das natürlich auch nicht möglich. Annika und Luca verließen dann die Truppe und zogen alleine los. Andre machte den Vorschlag, dass wir dahin gehen „wo die Luft brennt“. Also zogen auch wir weiter.

Unheimlich, was in diesen Kneipen zu vorgerückter Stunde immer noch los war. In manchen wurde nur getrunken. In anderen gesungen und getanzt. Allerdings wurde erzählt, dass man in einer dieser Kneipe nicht umfallen konnte, weil man am Boden festklebte. Vor den Kneipen standen oft Türsteher, mit den Ausmaßen von Kleider-Schränken. Die hatten Oberarme, wie wir Oberschenkel. Irgendwie sahen wir scheinbar vertrauenswürdig aus, denn wir wurden nie abgewiesen.

Schließlich gab es den ersten Schwund. Ein Kollege wollte unbedingt Jazz-Musik hören. Andere sehnten sich nach ihrem Bett. Der Rest ließ die Luft weiter brennen.

Ausgerechnet dem Trupp der ältesten Alten Herren machte man auf dem Heimweg zum Hotel noch das Angebot, sie zu einem „Sex-Club“ zu fahren. Daraufhin beschleunigte die Truppe das Tempo, um nicht in Versuchung gebracht zu werden und um sicher im Hotel zu landen.

Ein Kollege wollte sich unbedingt noch die Schaufenster vom „Römisch-Deutschen Museum“ betrachten. Na ja, wenn das hilft, runterzufahren und die nötige Bettschwere zu erreichen, dann ist dagegen nichts einzuwenden. Jeder hat eben seine eigenen Methoden.

3. Tag, Sonntag, 18. Juni

Wetter: Sonnig und angenehm warm.

Der 3. Tag begann ganz überraschend genauso wie der 2. Tag: Mit dem Frühstück. Vom Hotel wurde durch Schilder im Aufzug empfohlen, möglichst früh zum Frühstück zu gehen, denn je später es wird, umso knapper werden die Plätze. Das bekam Jacky zu spüren. Aber dazu später.

Zunächst rückte Nils in den Mittelpunkt. Er wollte den Pfefferstreuer benutzen. Um den Inhalt etwas zu lockern, klopfte er den Streuer kurz auf den Tisch. Hierbei blieb im leider verborgen, dass sich dadurch der Verschluss am Boden des Streuers gelöst hatte. Als er dann den Pfeffer auf sein Essen streuen wollte, kam vorne nichts raus. Aber dafür hinten. Er merkte das nicht einmal. Im Gegenteil. Da ja vorne nichts rauskam, schüttelte er heftiger. Dadurch kam vorne immer noch nichts raus, umso mehr aber hinten. Als Stefan F. ihn darauf aufmerksam machte, hielt er den Streuer instinktiv senkrecht. Mit dem Ergebnis, dass jetzt auch noch der restliche Inhalt auf dem Tisch landete. Da lag dann der Berg Pfeffer – fast so hoch wie die Zuspitze. Schließlich behob die herbeigerufene Service-Dame den Schaden.

Kurz danach kam der schon erwähnte Auftritt von Jacky. Er holte sich ein Glas Orangesaft. Auf dem Rückweg blieben vor ihm zwei ältere Damen stehen, weil der Frühstücksraum voll besetzt war. Die hatten wohl die Schilder im Aufzug nicht ernst genommen. Sie beschlossen daher, später wieder zu kommen, drehten sich um … und liefen frontal in Jacky hinein. Das Ergebnis: Zwei bekleckerte Damen, ein bekleckerter Jacky, ein leeres Glas und ein klebriger Fußboden.

Da wir bis zur Abfahrt des Zuges, nicht zuletzt wegen der üblichen Verspätung, noch üppig Zeit hatten, beschlossen wir spontan, einen Frühschoppen zu machen. Und wo macht man einen Frühschoppen? Richtig … bei der Brauerei „Früh“. Nur Walter hat gefehlt. Irgendwie hat er die Zeit durch Duschen und Frühstücken total verpasst.

Im Dom war zwar eine Messe, aber wir gingen lieber zielstrebig zum Frühschoppen. Wolfgang sehnte sich seit Tagen nach seinem Apfelwein und wollte daher kein Bier trinken. Der Kellner fragte ihn, ob er etwas anderes trinken wollte. Wolfgang sagte: „Nein“. Darauf der Kellner eiskalt: „Ein Glück“.

Es hat wirklich Spaß gemacht, in der Sonne zu sitzen und leckeres Kölsch zu trinken. Erzählt wurde hierbei natürlich auch wieder vieles. Wolfgang berichtete, dass er im Hotel-Fitnessstudio war und hat sich gewundert, wie groß das ist. Bis er nach links ging und prompt gegen einen Spiegel lief. Da musste er feststellen, dass das Studio doch relativ klein war. Messi meinte dazu: „Wenn Hubert da rein geht, ist es voll“.

Man merkte doch den Einfluss der Sonne, denn die Stimmung war grandios. Wie immer wurden viele Sprüche geklopft und es wurde viel gelacht. Dieser Frühschoppen hat definitiv riesen Spaß gemacht.

Dann trafen wir uns zum gemeinsamen Weg zum Bahnhof vor dem Hotel. Zwei Kollegen fiel ein, dass sie nachts in die Blumenkübel vor dem Hotel Zigarren-Stummel gelegt hatten. Schwupp wurden die Stummel wieder rausgeholt und fertig geraucht.

Wie schon erwähnt, hatte der Zug Verspätung. Als Grund wurde ein technischer Defekt genannt. Dazu passt eine alte Weisheit: „Hast du keine Ausrede, kriegst du Schläge“. Endlich kam der Zug und wir konnten einsteigen.

Die ersten Kilometer im Zug waren sehr ruhig. Einige dösten oder schliefen, andere haben gelesen. Wenigstens gab es Marillen-Heilwasser. Aber die Hälfte der Truppe schwächelte und verzichtete auf diesen gesundheitlichen Genuss. Zum Glück kam dann die Durchsage, dass der Bistro-Wagen geöffnet sei. Daraufhin machten sich 6 Mann auf den Weg dorthin. Allerdings war dieser Weg gefühlt weiter, als der Weg von unserem Hotel in die Altstadt. Und durch die vielen Kurven wesentlich abenteuerlicher, als die Wege in Köln.

Die Versorgung im Zug-Bistro mit Bier war mit den Kölner Kneipen nicht zu vergleichen. Nachdem wir relativ schnell die erste Runde Flaschen-Bier getrunken hatten, wollten wir nachbestellen. Daraufhin sagte der Kellner: „Die nächsten Flaschen sind aber noch warm, da ich sie eben erst in den Kühlschrank gelegt habe. Mit diesem Ansturm habe ich nicht gerechnet“. Wir dachten, wir sind in der Sendung „Versteckte Kamera“, mussten aber feststellen, dass es eine Tatsache war. Zum Glück gab es noch gezapftes Bier, sodass wir nicht austrocknen mussten.

Im Hauptbahnhof Frankfurt mussten wir dann in den „Odenwald-Express“ umsteigen. Timo hatte im Zug einen Umschlag mit Pässen gefunden, die unser Bahn-Spezialist Horst bei der Bahn-Information abgab. Wir hatten zwar nur 25 Minuten Aufenthalt, das reichte aber doch für die meisten, um Eis, Brezel und Bier zu kaufen.

Auch in der Regional-Bahn war die Stimmung ausgelassen. Walter lachte Tränen über die Sprüche von Messi. Wahrscheinlich hatte Walter eine Cola zu viel getrunken, denn so ausgelassen kennt man ihn sonst gar nicht. Nils erzählte von Sexpraktiken von Bekannten, auf die hier aber nicht weiter eingegangen wird.

Irgendwann wollte einer wissen, welche Frage in den vergangenen Tagen die blödeste war. Messi traf den Nagel auf den Kopf. Es war die Frage eines Kellners am vorherigen Abend. Er fragte: „Noch ein Bier???“. Eine wirklich dämliche Frage!

Unsere gute Laune hat sich leider nicht auf alle Mitfahrer übertragen: Eine ältere Dame verließ unser Abteil.

Um 16.15 Uhr landeten wir wohlbehalten in Wiebelsbach. Die endgültige Heimreise erfolgte dann individuell.

Ein wunderschöner Ausflug war zu Ende gegangen. Zu Köln gab es nur positive Stimmen. Vor allen Dingen der Dom ist beeindruckend und wirklich gigantisch. Die Zeit, um Köln richtig kennenzulernen, war natürlich viel zu kurz. Meistens waren wir dort unterwegs, wo „die Luft brennt“. Rund um Dom und Bahnhof und in der Altstadt ging es von „morgens bis morgens“ zu, wie auf dem Wiesenmarkt an einem Mittwoch-Abend bei schönem Wetter. Das ist absolut nicht negativ gemeint. Aber gegen eine kleine gemütliche Kneipe hätte wahrscheinlich niemand Einwände gehabt. Zumindest zum kurzen „Durchatmen“, oder als „Absacker“. Solche Kneipen gibt es sicherlich. Aber die Zeit war, wie gesagt, viel zu kurz, um sie zu finden.

Fazit

Somit bleibt nur noch das Schlusswort:

Nach dem Ausflug ist vor dem Ausflug!!!

Wir freuen uns schon jetzt auf den Ausflug 2018.