2016 - Ausflug Bad Staffelstein (Romansthal) 15. bis 17. Juli

Termin
15. bis 17 Juli 2016

Unterkunft:
Traditionsgasthof
“Zur schönen Schnitterin”
Ostler oHG
Romansthal 1
96231 Bad Staffelstein
Gasthof
Umgebung
Bad Staffelstein

Bildergalerie
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1. Tag, Freitag, 15. Juli

Da amerikanisches Bier ja bekanntlich der gelungene Versuch ist, Wasser zu verdünnen, war uns schnell klar, dass wir unsere Tour 2016 nicht nach Amerika, sondern nach Franken machen. Denn wir wollten bei einer Bier-Wanderung richtig gutes Bier trinken.

Die Tour begann im Sportheim vom SC Hassenroth mit einem klassischen „Ourrewäller“ Frühstück: „Fleischworscht un Weck“. Für ganz hartgesottene gab es sogar Kaffee zu trinken. Der große Rest blieb aber bei den gewohnten Getränken: Bier und Ouzo. Dann verteilte Harald noch diverse Werbegeschenke, bevor, zur Dokumentation der vor Schönheit strotzenden Teilnehmer, noch einige Gruppenbilder gemacht wurden.

Um 10.35 Uhr erfolgte die Abfahrt in einem knuffigen kleinen Reisebus der Firma Jungermann, gesteuert von unserem ausgebildeten Piloten Karl.

Wir hatten ausgemacht, dass wir die von Andreas gesponserten Shirts anziehen. Das hatte Nils vergessen. Natürlich musste er darunter leiden und wurde ständig von den anderen Kollegen geärgert. Bis es ihm zu bunt wurde und er zu Hubert sagte: „Du bist ein richtiger Salzwundenstreuer“. Das gab natürlich großes Gelächter. Klar wussten wir alle, was er damit meinte. Aber dieser Begriff war und ist absolut neu.

Unser Pilot Karl wurde durch Stefan Flath unterstützt, der sich als Navigator betätigte.

Um 11.20 Uhr zeigte das Bier Wirkung und es gab kurz vor Amorbach die erste Pinkelpause. Christian fuhr inzwischen mit seinem PKW dem Bus hinterher. Bereits um 12.10 Uhr gab es die nächste Rast. Diesmal wurde aber nicht nur gepinkelt, sondern es gab auch das 2. Frühstück. Und zur Verdauung einen Ouszo.

Dann versagte der Navigator. Er leitete Karl mitten durch Würzburg, um einem Stau auf der Autobahn auszuweichen. Das Ergebnis: Wir standen zwar nicht auf der Autobahn im Stau, dafür aber in Würzburg – ebenfalls im Stau. Es kam, was kommen musste … der Blasendruck wurde beim Chef-Pinkler Jacky und bei einem weiteren Bier-Trinker so groß, dass Karl mitten in Würzburg auf eine Tankstelle fahren musste. Und jetzt die Überraschung: 2 Mann hatten Druck angemeldet – aus dem Bus stürmten aber 14 Mann. Die standen dann in einer Reihe an einem Fußweg und mussten, wegen der Enge und dem heftigen Seitenwind, sehr konzentriert zur Sache gehen. Vor der Weiterfahrt gab es noch eine böse Aussage (Name wird nicht genannt): „Karl mach schnell die Tür zu, bevor der Postler kommt“. 10 Minuten später waren wir auf der Autobahn und mussten sofort wieder stoppen, da jetzt noch der Rest pinkeln musste.

Rando hat uns ein neues Motto beigebracht: „70 Minuten Vollgas“. Ob wir dieses Motto im Spiel umsetzen können, muss bezweifelt werden, da wir es ja nicht einmal mit dem Bus geschafft haben, 70 Minuten durchzuhalten!

Um 15.00 Uhr meldete sich dann der große Hunger und wir machten in Zeil, ca. 50 km vor unserem Ziel, eine verspätete Mittagspause. Wir saßen in einem schönen Biergarten der Brauerei Göller und haben sehr gut gegessen. Karl wurde gefragt, ob er Schüler fährt. Wahrscheinlich waren wir wieder einmal zu laut. Oder zu „kindisch“. Das Beste: Es gab ein WC und jeder konnte sofort pinkeln, wenn das getrunkene Bier in leicht veränderter Form wieder raus wollte. Leider wurde das Essen, das Wolfgang bestellt hatte, von der Bedienung vergessen und er ging leer aus. Es wird vermutet, dass die fränkische Bedienung sein Hochdeutsch nicht verstanden hat. Er musste sich eben weiterhin flüssig ernähren.

Um 16.50 Uhr ging es weiter. Im Bus gab es erstmals Marillen-Heilwasser von Paddy. Zitat Messi zu Poll: „Der Schnaps riecht besser als deine Socken“. Nach dem Essen und dem Genuss des Heilwassers kam etwas Müdigkeit auf. Nils und Rando nahmen eine Auszeit und auch der Rest war ziemlich ruhig. Aber dann sahen wir den „Staffelberg“ und alle waren sofort wieder hellwach. Wir wussten nämlich, dass sich unser Gasthof direkt am Fuße dieses Berges befindet.

Um 17.40 Uhr erreichten wir den Gasthof „Zur schönen Schnitterin“ und checkten sofort ein. Mit der Zimmerverteilung war zwar nicht jeder zufrieden (Zimmer ohne Balkon, Dreibettzimmer). Aber alle haben sich irgendwie arrangiert.

Nach kurzer Auffrischung unserer Schönheit trafen wir uns im Biergarten des Gasthofes zum Essen und zum Trinken. Da wir mit 18 Mann antraten, herrschte erst einmal Chaos, bis die Tische entsprechend gestellt waren. Auf der Karte stand ein Bier mit Namen „???“. Der Wirt erklärte uns, dass es sich hierbei um wechselnde Biersorten handelt. Nach dem Essen war die Stimmung genial. Ein Spruch jagte den anderen und es wurde viel gelacht. Nachdem sich die ersten zur Nachtruhe verabschiedet hatten, trank ein harter Kern noch ein Bier im Wirtschaftsraum, denn draußen war es empfindlich kalt geworden.

Zu erwähnen ist noch, dass ein Dreibettzimmer von Messi, Stefan Flath und Jacky belegt wurde. Die Herren Messi und Stefan S. mussten dann feststellen, dass Jacky nachts vom Chef-Pinkler zum Horror-Schnarcher mutierte.

2. Tag, Samstag, 16. Juli

Am nächsten Morgen trafen wir uns zum Frühstück im Gastraum. So richtig früh war von uns keiner da. Als Motto sei hierzu aus einem Lied von Udo Lindenberg zitiert: „Der frühe Vogel kann uns mal. Wir müssen ausschlafen, denn Schönheit ist unser Kapital“. So nach und nach fanden sich aber doch alle an der Frühstückstafel ein. Bei so vielen Personen kamen sich natürlich die unterschiedlichen „Frühstücks-Verhaltensweisen“ in die Quere. Der eine sagte gar nichts (z.B. Jacky), der andere redete in einer Tour (z.B. Christian). Es ging aber alles gut und wir konnten endlich zu der mit Spannung erwarteten Bier-Wanderung starten.

Als „Starter“ gab es für die Geschädigten des vergangenen Tages auf freiwilliger Basis ein Konter-Bier. Das hilft in solchen Fällen immer.

Die erste Etappe führte bei herrlichem Sommerwetter steil bergauf auf den 539m hohen Staffelberg. Kurz vor dem Gipfel kam es zu einer schicksalshaften Begegnung: Auf dem Wanderweg, weit ab von Bäumen und Sträuchern, lag ein Baby-Eichhörnchen. Timo übernahm sofort die Mutterschaft. Beide waren ab diesem Zeitpunkt unzertrennlich. Ein Name war auch schnell gefunden: „Eichi vom Staffelberg“. Nach dieser Aufregung und nach dem Flüssigkeitsverlust des steilen Aufstieges gab es natürlich die erste Rast. Vom Biergarten und vom Gipfel aus hatte man einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft. Zu bemerken ist noch, dass das Bier aus Buttenheim kam – unserem Ausflugsziel aus dem Jahre 2013. Toller Zufall.

Die zweite Etappe begann mit dem Abstieg vom Staffelberg. Dieser war fast anstrengender, als der Aufstieg. Zum Glück gab es unterwegs wieder Marillen-Heilwasser. Punkt 12.00 Uhr waren wir in Loffeld zum Mittagessen im Biergarten der Staffelberg-Bräu. Hier gab es ein Schild mit folgendem Spruch: „Wenn man Bier ins Licht hält, sieht es aus wie flüssiges Glück“. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Um 14.00 Uhr nahmen wir die nächste Etappe in Angriff. Zur Verdauung und zur Stärkung gab es bereits nach 50m wieder Marillen-Heilwasser. Nach unendlich langen 2km legten wir in Stublang die nächste Rast ein. Hier wurde auch Eichi das erste Mal versorgt. Mama Timo hatte sich inzwischen im Internet erkundigt und lies sich von der Wirtin für Eichi ein Spezialgetränk mixen. Wir wurden von dem Wirt mit leckerem, selbstgebrautem Bier versorgt. Er erzählte uns, dass vor kurzem am Staffelberg ein Grizzlybär von einem Steinadler gerissen wurde. Nachdem wir scheinbar etwas ungläubig geschaut hatten, meinte er: „Wartet nur einmal ab, was man nach einigen Bierchen hier so alles sieht“. Ja, ja – Sprüche werden eben auch in Franken gekloppt. Sprüche hin, Sprüche her – das Bier war sehr lecker.

Auch hier hing ein Spruch an der Wand: „Für Bier würden wir sogar arbeiten“.

Uns gefiel als Fußballer natürlich besonders gut, dass der Sohn des Wirtes nicht mit einem Smartphone spielte, sondern mit einem echten Fußball. So etwas sieht man heutzutage immer weniger. Und dass der Junge später auch noch mit seinem Kumpel zum Kicken auf den Sportplatz gefahren ist – Wahnsinn. Die Freude über den jungen Kicker hat absolut nichts mit Technikfeindlichkeit zu tun. Zumal z.B. Facebook auch schüchternen Personen die Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren. Und auch viele AH-Spieler benutzen ständig ihre Smartphones und werden nervös, wenn sie nicht regelmäßig Nachrichten erhalten. Aber es muss alles in einer gesunden Relation stehen.

Olli fragte dann den Wirt, ob er einmal das Sudhaus sehen darf. Daraufhin wurden wir spontan zu einer Brauereiführung eingeladen. So etwas gibt es eher selten. Man muss sagen: „Klein, aber fein“! Die Brauerei Dinkel in Stublang. Mit schönem Biergarten und einem tollen Stehtisch, der um einen Baum herum gebaut ist. Und mit einem netten Wirt, der sich freundlich um seine Gäste kümmert.

Wir setzten unsere Bierwanderung fort und erreichten um 16.30 Uhr unsere letzte Station – die Brauerei „Metzgerbräu“ in Uetzing. Hier erhielt Eichi seine zweite Mahlzeit. Ansonsten ging es da relativ ruhig zu. Die vielen Biere zeigten scheinbar Wirkung.

Dann kam die brutale Schlussetappe. 4km – davon 2km alpiner Aufstieg. Und keine Brauerei mehr auf dem Weg. Nur noch bergauf, bergauf, bergauf. Zum Glück gab es wenigstens noch einmal einen Schluck von dem guten Marillen-Heilwasser.

Um 19.00 Uhr erreichten wir unseren Heimathafen und nahmen im Biergarten noch ein Abschluss-Getränkt. Hierbei sind einige Bier-Trinker in das Cola-Lager zu Walter gewechselt. Paddy trank sogar eine „Johannisbeer-Schorle“. Kann so etwas schmecken? Na ja, gesund ist eine solche Schorle bestimmt. Auch wenn wir platt waren, hat es uns allen doch sehr gut gefallen.

Für die Statistiker: Gesamt-Wanderweg ca. 15km – Höhenmeter ca. 470.

Zum Abendessen saßen wir wieder komplett mit 18 Mann gemütlich im Biergarten der „Schnitterin“. Wir wurden von zwei schönen Nachwuchskellnerinnen bedient, die doch das eine oder andere AH-Auge zum Leuchten brachten. Es war wesentlich wärmer als am Vortag. Die Stimmung war wie immer hervorragend. Und es zog auch die AH-Jugend nicht in die Stadt, sondern alle blieben in unserem Gasthof bei der Meute. So nach und nach lichteten sich die Reihen. Es war doch ein anstrengender Tag. Aber ein harter Kern blieb natürlich wieder länger sitzen. Auf einmal ging ein paar Häuser weiter die Party los. Es wurde voll (und laut) abgerockt. Später haben wir erfahren, dass es sich um eine Geburtsfeier gehandelt hat. Gegen 1 Uhr ging dann auch der harte Kern ins Bett.

3. Tag, Sonntag, 17. Juli

Die erste gute Nachricht beim Frühstück: Mit Eichi ist alles in Ordnung. Mama Timo hat ihn in der Nacht 2x gefüttert. Neben den normalen Gegebenheiten eines Frühstückes gab es aber auch noch eine Besonderheit: Messi wollte seinen Kaffee nicht trinken und hat ihn daher lieber auf seine Hose geschüttet. Und, zuvorkommend wie er ist, hat er Rando daran teilnehmen lassen. Mit einem Schlag zwei Hosen versaut – das ist unser Messi.

Vor der Rückfahrt gab es wieder den üblichen Schwund. Neben Christian, der ja aus familiären Gründen mit dem eigenen PKW gekommen war und früh nach Hause musste, setzten sich mit ihm noch Martin, Olli und Wolfgang ab. Man sagte, sie hatten keine Kondition mehr und wollten schnell heim zur Mama. Wie auch immer … dadurch traten wir die Bus-Heimreise nur noch mit 14 Mann (und Eichi) an.

Die Abfahrt erfolgte um 9.45 Uhr. Und erstmals konnten wir das Motto „70 Minuten Vollgas“ umsetzen. Wir fuhren nämlich genau 70 Minuten ohne Bier und ohne Pause. Dann war aber das erste Bier fällig. Logischerweise kurz danach auch die erste Pinkelpause. Das Bier hatten wir übrigens unserem Sportfreund Marco zu verdanken. Er hatte daran gedacht, dass der Biervorrat bereits bei der Anreise aufgebraucht wurde und eine Heimreise ohne Bier nur schwer vorstellbar, wenn gar unmöglich, ist.

Der Rest von Paddys Marillen-Heilwasser wurde ebenfalls noch vernichtet. Die Jungs haben mit Jacky geschimpft, weil er die Flasche ausgetrunken hat. Er sagte dann: „Sorry, ich konnte nicht aufhören. Irgendwie war das alles „zusammenhängend“. Das ist allerdings kein Wunder, nachdem an dieser Flasche zwei Tage lang etliche Münder wiederholt genuckelt haben.

Die nächste Pinkelpause erfolgte um 12.30 Uhr. Da der Biervorrat aufgebraucht war, machten wir um 13.15 Uhr einen Bierstopp in Aschaffenburg im Park Schönbusch. Wegen des schönen Wetters war natürlich viel los und wir mussten am Bierstand in der Schlange stehen. Es war aber trotzdem sehr schön, zumal auch noch Live-Musik von einer guten Band dargeboten wurde.
Zur Schlussetappe nach Hause starteten wir um 14.15 Uhr. Der endgültige Abschluss der Tour erfolgte um 15.00 Uhr am Sportheim des SC Hassenroth mit einer Kiste Bier.

"Doch wer bei schöner Schnittrin steht, ... "

Oder wie der Gasthof seinem Namen bekam.

In seiner Wanderfahrt beschrieb der Dichter Viktor von Scheffel die Eindrücke, die er auf seiner Reise durch den “Gottesgarten” am Obermain gewonnen hatte.

Er hatte den Staffelberg in der Freude auf eine kühle Erfrischung erklommen. “Zum heilen Veit von Staffelstein komm’ ich empor gestiegen und seh’ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen.”

Doch dort musste er feststellen, dass der Einsiedelmann Ivo nicht in seiner Klause anzutreffen war. Sondern er sah “ihn an der Halde drauß bei einer Schnittrin stehen.”

Eben diese schöne Schnitterin, Eva Lämmlein, wurde im Jahr 1839 im Anwesen geboren, auf dem heute unser Gasthof steht. Seit 1954 trägt unser Haus in Erinnerung an Scheffels Wanderfahrt den Namen Gasthof “Zur schönen Schnitterin”.

AH-Tour nach Bad-Staffelstein/Romansthal vom 15.07.-17.07.2016.

Organisation und Logistik: Horst und Hubert.
Bus-Transport der Teilnehmer: Karl.

Die Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Ankunft am Treffpunkt (ohne Gewähr):
Hubert, Horst, Jacky, Harald, Nils, Marco, Walter, Wolfgang, Paddy, Olli, Stefan Flath, Karl mit dem Bus, Martin Gutsche, Reinhard, Messi, Timo und Rando. Später stieß dann noch Christian hinzu, da er wegen besonderer Umstände mit dem eigenen PKW fahren musste.

Als Einstimmung auf den nachfolgenden Reisebericht ein Spruch, der auf alle unsere Touren zutrifft:

Wichtig ist nicht, wohin du fährst, sondern mit wem du dahin fährst!!!

Fazit

Es war ein toller Ausflug. Die Stimmung war, bis auf wenige müdigkeitsbedingte Ausnahmen, riesig. Es gab immer viel zu Lachen. Und es wurden wieder tausend Sprüche gekloppt. Leider kann man sie nicht alle notieren. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so.

Besonders ein Punkt ist den „alten“ Alten Herren sehr positiv aufgefallen: Wir saßen an beiden Tagen abends komplett im Biergarten, ohne dass jemand die Gruppe verlassen hat.

Bedanken muss man sich bei allen Teilnehmern, denn ohne Teilnehmer ist natürlich kein Ausflug möglich. Alle Teilnehmer bedanken sich aber besonders bei den anfangs genannten Herren Horst, Hubert und Karl, für deren speziellen Einsatz.

Abschließend noch ein Spruch von einem Bierdeckel, der in Aschaffenburg auf einem Tisch lag:

„Wie man 100 Jahre alt wird? Viel Knoblauch, jeden Tag ein Schlappeseppel-Bier und nie ein Buch lesen!“.

Servus bis zur Tour 2017!!!